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Rezension: Die Welt erleben- Mecklenburg-Vorpommern-Zwischen Ostsee und Seenplatte- Melitta Kolberg, Johann Scheibner

Gleich zu Beginn dieses schönen Reisebuchs hat man Gelegenheit auf einer doppelseitigen Landkarte,  sich einen Überblick über die Region zu verschaffen, die in diesem Buch näher beschrieben wird. Wer nicht ortskundig ist, sollte sich nicht scheuen, beim Lesen stets erneut zu schauen, wo die einzelnen Orte, von denen die Rede ist, sich konkret befinden. Suchen schult und erleichert die Orientierung beim Reisen.

Untergliedert ist das Buch, dessen imposante Fotos man nicht genug loben kann, in die Abschnitte: 
Das Land zwischen Ostsee und Seenplatte erleben
Strände und Städte an der Festlandküste
Auf der Sonnenseite- die Inseln
Das Hinterland
Reiseteil

Mecklenburg-Vorpommern besitzt im Küstenbereich über 50 Inseln mit einer Gesamtfläche von 1407 Quadratmetern. Viele dieser Inseln sind sogenannte Mikroinseln und liegen im Boddengewässer von Usedom, Rügen und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Man erfährt Wissenswertes zur Geschichte der Region. Der Name Mecklenburg geht übrigens auf Michlenburg zurück, das die Übersetzung des slawischen Wiligrad (große Burg) ist. Damit war eine Festung südlich der Wismarer Burg gemeint, von der nur ein hoher Wall im heutigen Dorf Mecklenburg erhalten ist. Es führt zu weit, die komplexe Geschichte hier wiederzugeben.Man sollte sich aber vor einer Reise damit befassen, um Sehenswürdigkeiten besser einordnen zu können.

Orte wie Wismar, Bad Doberan, Rostock, Stralsund, Greifswald und Wolgast werden näher beleuchtet. Dabei repräsentiert die Altstadt von Wismar noch heute idealtypisch die Hansestadt aus der Blütezeit des Städtebunds im 14. Jahrhundert. Welche der schönen Städte man nun vorrangig besuchen sollte, kann ich nicht sagen. Alle scheinen ihren eigenen Reiz zu haben. 

Mich fasziniert Stralsund besonders, die Stadt, die ähnlich wie Wismar den Status als UNESCO Weltkulturerbes hat. Dort gibt es zahlreiche Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, die aber zum Teil vom Barock überformt wurden. 40 alte Baudenkmäler wurden im letzten Krieg zerstört, aber 600 Häuser aus vergangenen Zeiten fielen der DDR zum Opfer. Unglaublich. Welche Geisteshaltung stand dahinter, die alte Kultur so respektlos zu behandeln?

Ich verliebe mich während der Lektüre in die Universitätsstadt Greifswald. Gegründet 1456. Neben den Städten lernt man die großen Inseln kennen. Einige habe ich eingangs bereits genannt; Poel und Hiddensee möchte ich noch dazu fügen. Die der Hansestadt Wismar vorgelagerte Insel Poel scheint einen besonderen Reiz zu haben, uneitel sei sie und man könne sie mit dem Fahrrad erkunden. Ich war noch nicht dort, wohl aber im Fischland-Darß-Zingst, vor Jahrhunderten noch richtige Inseln, bis im 13. Jahrhundert schließlich zwei trennende Flussmündungen verlandeten. Ahrenshoop, eine einstige Malerkolonie dort, ist traumhaft. Da pflichte ich den Autoren gerne bei.

Loben muss man die Beschreibung von Rügen und Usedom, aber auch des Hinterlandes. Genau dort gibt es Orte, die ich gerne mal besuchen würde, so etwa Schwerin, aber vor allem das Ludwigsluster Schloss und das Renaissanceschloss Güstrow. Gut, dass der Künstler Barlach erwähnt wird. Die "Schwebende von Barlach"  befindet sich im Dom von Güstrow. Barlach allein schon wäre eine Reise wert.

Für den schnellen Überblick sind die Top Ten von Mecklenburg Vorpommern aufgelistet und ich nehme mir vor, Rügens Kreidefelsen irgendwann tatsächlich zu bestaunen, zuvor aber nochmals nach Ahrenhoop zu reisen. 

Zum Schluss des Buches erfährt man alle wesentlichen Eckdaten für Reisende, sodass man sich gut informiert auf den Weg machen kann. Weshalb nicht in den Wintermonaten? 

Empfehlenswert.


Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Bruckmannverlag und können das Buch bestellen.http://www.bruckmann.de/titel-8257-mecklenburg_vorpommern_0.html. Sie können es aber auch beim Buchhändler um die Ecke ordern.

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