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Rezension Peter J. König- Afrika- In 125 Jahren um die Welt- TASCHEN

Der TASCHEN Verlag, der für seine spektakulären Bildbände bekannt ist, hat erneut ein wunderbares bibliophiles Kleinod mit diesem außergewöhnlichen Werk "Afrika" auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung von einmaligen Fotografien, die vom National Geographic Magazin seit mehr als fünf Generationen veröffentlicht worden sind. 

Herausgeber ist Reuel Golden der ehemalige Chefredakteur des British Journal of Photography. Dabei werden in einer Bildfolge von 200 Aufnahmen außergewöhnliche Bildwerke gezeigt, aus allen Winkeln des Schwarzen Kontinent von Kairo bis Kapstadt. Alle Bilder stammen aus den Archiven des legendären Magazins National Geographic, die in einem Zeitraum von 125 Jahren dort archiviert worden sind. Es beginnt mit beeindruckenden Schwarz-Weiß- Aufnahmen, setzt sich fort mit den ersten Autochromfotos und führt weiter durch das Zeitalter der Kodachrome-Dias bis in die heutige Digital-Ära. 

Die einzelnen Motive sind immer einzigartig, sei es bei einem Flug in den fünfziger Jahren über die nebelverhangenen Vulkane Ugandas oder über die weiten Steppen Ostafrikas mit ihrer zahllosen Tierwelt. In Ägypten zeigen die Aufnahmen wie die Archäologen in die versunkene Welt der Pyramiden vorgedrungen sind, um Grabmäler zu entdecken, die vor mehreren tausend Jahren errichtet, vom Ruhm der Herrscher in Ägypten zeugen sollen. 

Die Facetten Afrikas sind so vielfältig und genauso vielfältig sind die Themen der Photographien. Dazu gehören die Wolkenkratzer von Simbabwe ebenso, wie die Gassen und die Suks in den Altstadtviertel algerischer Städte. In erster Linie ist Afrika beeindruckende Natur. Hier auch liegt das Hauptaugenmerk der photographischen Kunst. 

Bestaunt werden können die einmaligen Aufnahmen von Berggorillas in Ruanda genauso wie die zarten, rotbuschigen Wildblumen der Drakensberge in Südafrika oder auch der Kampf der kenianischen Bauern gegen riesige Heuschreckenschwärme. Aber nicht nur der Zauber Afrikas wird thematisiert, auch das ganze Elend ist mit der Kamera festgehalten, das sich in den Elendsviertel afrikanischer Millionenstädte ausgebreitet hat. Nichts bleibt den besten Fotografen ihrer Zeit verborgen. 

Und so wird auch der Wandel der Zeit sichtbar, der selbst vor einem solchen wunderbaren, mystischen Kontinent nicht Halt macht. Lange bevor in der modernen, medialen Zeit über Fernsehen oder Internet die Welt, und damit auch der unvergleichliche Kontinent Afrika für jedermann und jederzeit in die Wohnstuben geholt werden kann, war es das berühmteste Fotografen-Magazin der Welt, National Geographic, das einen tiefen Eindruck von den Ländern und den Menschen Afrikas vermittelt hat und damit begann, einen riesigen weißen Fleck auf der Weltkarte transparent zu machen. 

So ist es auch sehr anerkennenswert, dass mit diesem phänomenalen Kunst-Bildband von TASCHEN und dem Herausgeber Reuel Golden sich gleichzeitig eine Hommage verbindet, die National Geographic über alle Zeiten huldigt. 

Absolut empfehlenswert 

Peter J. König

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National Geographic. In 125 Jahren um die Welt. Afrika

Rezension: Chiemsee& Chiemgau gehmütlich –Walter Töper- Verlag Anton Pustet

Dr. Walter Töpner ist Verfasser von Reiseführern und hat mit dem hier vorliegenden Buch allen, die am Chiemsee und im Chiemgau gerne wandern, radeln und etwas entdecken oder erleben möchten, eine große Freude bereitet. 

In den aufklappbaren Buchdeckeln befindet sich jeweils eine Übersichtskarte von der Region, um die es hier geht. Der Autor erläutert zunächst, weshalb der Chiemsee und der Chiemgau zusammengehören und skizziert diese aber auch die Chiemgauer Alpen, um dann ein wenig über die Geschichte zu erzählen. Seit 800 v. Chr. lebten dort keltische Stämme und in der Römerzeit gehörte der Chiemgau zur Provinz Noricum. Im 700. Jahrhundert kamen Benediktiner auf die Inselklöster Herren- und Frauenchiemsee. Darüber hinaus liest man u.a. von Wallfahrtskirchen, Barockschlössern etc. All dies und vieles mehr kann man im Rahmen von 33 Wanderungen und Radtouren in Augenschein nehmen. 

Die erste Route führt den Chiemseeuferweg entlang rund um den Chiemsee. Die Rundfahrt erstreckt sich auf 60 km und kann mit dem Fahrrad an einem Tag bewältigt werden. Man erfährt diesbezüglich, welche Sehenswürdigkeiten einen erwarten, liest über die Orte, die man dort kennenlernt und kann sich über einige, bereits verstorbene Chiemseemaler kundig machen. 

Ein Spaziergang auf der Insel Herrenchiemsee und ein weiterer auf der Insel Frauenchiemsee sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Besonders interessant finde ich alle Infos zur Fraueninsel, einem Ort, den ich selbst schon besucht habe und bei dem damals viele Fragen offen blieben. Dass zwischen den beiden berühmten Inseln noch eine kleine Insel liegt, wissen alle, die sich schon mal am Chiemsee aufgehalten haben, doch dass diese Insel bereits in der jüngeren Steinzeit besiedelt war, dürfte nicht jedem bekannt sein.

Wissenswertes erfährt man über das Kloster Frauenwörth und hier auch über die karolingische Torhalle. Auch Klostermedizin ist ein Thema. Schon im Jahre 1263 gab es einen Klostergarten dort, aus dessen angebauten Pflanzen Säfte und Salben hergestellt wurden. 16 Chiemseefischer leben noch auf der Fraueninsel, die insgesamt 80 Tonnen Fisch fangen und davon gut leben können. Dass dies möglich ist, verdanken sie auch den Touristen. 

Im Rahmen der hervorragend beschrieben 33 Wanderungen erfährt man beispielsweise mehr über alte Bräuche und merkwürdige Sitten. So findet an Maria Himmelfahrt das Fest der Kräuterweihe statt, zu denen einst 77 verschiedene Kräuter zu Büschel geweiht und gebunden wurden. Sie sollten Heil und Glück schenken. 

Über das Wallfahrtsbrauchtum, auch über schweren Zeiten, Wallfahrern und Jakobspilgern kann man sich informieren und immer mehr und mehr in Erfahrung bringen. 

Womit beginnen? Vielleicht mit dem Rad von Kloster zu Kloster, um zu staunen und darüber nachzudenken wie es gewesen sein mag als um die Zeit 465 v. Chr. ein Komet mit der Zerstörungsgewalt von acht Hiroshimabomben auf den Chiemgau traf. Die dort lebenden Kelten waren so traumatisiert, dass sie erst 200 Jahre später in ihr Siedlungsgebiet zukamen. 


Ein tolles Buch.Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Chiemsee und Chiemgau gehmütlich: Wandern, radeln, entdecken, erleben

Rezension: Alles fließt- Der Rhein- Eine Reise-Bilder-Geschichten-Elke Heidenreich

Elke Heidenreich hat Theatergeschichte und Germanistik studiert und moderierte fünf Jahre lang die Sendung "Lesen" im ZDF. Sie arbeitet mit verschiedenen Opernhäusern zusammen und gab 40 Musikbücher heraus, denn Musik ist neben Literatur ihre Leidenschaft. Zudem ist sie Autorin von Kurzgeschichten und Kinderbüchern. Mit dem freien Fotograf und Filmemacher Tom Kraus hat sie bereits viele Reisen, Fotoreportagen und Bücher realisieren können und auch die Bilder in diesem Werk stammen von ihm. 

Das  vorliegende, reich bebilderte Buch beginnt bei den zwei Quellen des Rheins in den Alpen und vermittelt die Eindrücke der beiden Rhein-Reisenden auf vielfältige Weise. Auf einer Karte kann man sich einen Eindruck verschaffen, von wo nach wo der Strom fließt, der immerhin sechs Länder persönlich kennenlernen durfte, bevor er als Lek und Waal nach tausenden von Kilometern in die Nordsee fließt. Dass der Alpenrhein Liechtenstein durchquert und wenig später in den Bodensee fließt, hat man einst im Geographieunterricht gelernt, doch wer dort noch keine Reise hin unternommen hat, bekommt nun endlich eine Vorstellung davon,  wie schön es hier wirklich ist: "Was für eine reich beschenkte Landschaft ist diese Gegend am Bodensee! Schon vor fünftausend Jahren war hier Siedlungsraum, Pfahlbautenfunde im See belegen das. Hier gab und gibt es alles: Berge, Wasser, gutes Klima, Rosen Reichtum, Wein, Fachwerkhäuser, Spargel, Erdbeeren…“ schreibt Elke Heidenreich und bekundet Zeile für Zeile ihre Faszination von dieser Gegend und den weiteren, die dann folgen. 

Die zahlreichen traumhaften Fotos, oft doppelseitig, machen begreifbar, weshalb die Maler und Dichter in vielen Jahrhunderten den Rhein so sehr liebten.  Besonders Eindrücke vom Rheinfall in Schaffhausen sind fotografisch und textlich wunderbar dokumentiert worden und so geht es weiter zu namhaften Orten wie etwa Basel, dem Ort, wo Sebastian Brants Satire "Das Narrenschiff" 1494 gedruckt wurde.  Basel war eine der ersten Städte mit Druckerei liest man, nachdem Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts in Mainz den Buchdruck erfunden hatte und erfährt von der Autorin immer wieder historisch Interessantes. So wird  ihre Rheinreise  beinahe eine typische Bildungsreise. 

Über einen meiner Lieblingsorte- Straßburg- liest man Wissenswertes, doch stets lebensfroher als in einem Reiseführer, denn Elke Heidenreich freut sich oft während der Reise, einfach die Sonne zu genießen und ein Glas Wein zu trinken. 

Gedichte und Rheinlieder sind in ihren Text eingeflochten, Nietzsche wird zitiert und von der deutschen Seele ist die Rede. Sie habe viel mit dem Rhein zu tun. Das begründet Elke Heidenreich auch und zitiert den Anfang von Heinrich Bölls Erzählung "Undines gewaltiger Vater". 

Speyer und Worms muss man sinnlich wahrnehmen, um die Orte historisch wirklich zu erfassen, ein weites Feld… Hier ist Magie im Spiel, vor allem in Worms. Dort, wo der Dom steht, stand einst die Nibelungenburg, Wohnsitz der  königlichen Mörderbande.  

Schön, dass wenig später an Karoline von Günderode erinnert wird und diverse Rheinburgen erwähnt werden. Heinrich Heines Ballade von den "Feindlichen Brüdern" fehlt ebenso wenig wie Brentanos Loreley-Ballade. Da Elke Heidenreich aber nicht nur typischer Rheinromantik huldigen möchte, wurde auch Kästners sehr ironisches Loreley-Gedicht nicht vergessen. 

Und so berichtet die Rheinreisende mehr und mehr bis zum Niederrhein hin, bis sich Vater Rhein mit Mutter Nordsee verbindet: "Seit Jahrtausenden ist er unentwegt in Bewegung, ist die wichtigste Verbindung zwischen den Alpen und dem Meer. Hier oben darf er endlich Ruhe haben, er muss nicht einmal ordentlich münden- er darf einfach verschwinden, mehr als hundert Kilometer ist das Gebiet breit, in dem er das tut."

"Alles fließt".  Dieses Buch beweist es, nicht nur, weil es sich entsprechend liest.

Sehr empfehlenswert

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

Rezension: Rome- Portrait of a City- Giovanni Fanelli- Taschen

Dieser grandiose Fotobildband vereint Hunderte von Aufnahmen, die in Rom realisiert wurden und zwar in Sepia, Schwarz-Weiß und Farbe. Dabei handelt es sich um Bilder, die von 1840 bis heute entstanden sind. 

Zu den Fotografen zählen: Giacomo Caneva, Pompeo Molins, Giuseppe Primoli, Alfred Eisenstaedt, Carlo Bavagnoli, Henri-Cartier- Bresson, Pasquale De Antonis, Peter Lindbergh, Slim Arons und William Klein. 

Ziel dieser Fotografen war es, die kulturelle Metropole aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. 

Das geschieht in 5 Kapiteln, die da heißen: 
1839-1870: Von der Kapitale des Kirchenstaats zur Hauptstadt Italiens
1871-1918:-Zwischen Repräsentation und Rückständigkeit
1919-1944: Licht und Schatten: die Jahre des Faschismus 
1945-1967:  Neorealismus, Dolce Vita, Wirtsschaftswunder
1968- Present Day:  Von den "bleiernen Jahren" bis in die Gegenwart

Jedes Kapitel beginnt mit einem einleitenden Text, der in englischer, deutscher und französischer Sprache abgedruckt worden ist. Die gezeigten Fotos werden alle textlich (übrigens sehr gut) ebenfalls in drei Sprachen erläutert. 

Zwischen 1839-1870 hatte die Hälfte der Bevölkerung Roms keine Arbeit und die Analphabetenrate lag bei 78%. Nahezu 1/3 der Bevölkerung lebte von Zuwendungen, Spenden und mildtätigen Gaben. Das Abwassersystem war damals unzureichend und die hygienischen Verhältnisse katastrophal. Trotz allem kamen immer mehr Touristen nach Rom, die die Bildungsreisenden ablösten und ab 1860 in den neu eröffneten Grandhotels lebten. 

Im Jahr 1841 bannte Lorenzo Suscipj eine Panoramaansicht der Ewigen Stadt in Daguerreotypietechnik auf acht Platten. Bilder aus den frühen Tagen der Fotografie sind besonders spannend, weil sie Menschen und Dinge sichtbar machen, die uns Lichtjahre von heute entfernt erscheinen. So sieht man einen Hauslehrer in traditioneller Tracht eines Abate mit Dreispitz und Schnallenschuhen mit seinen Zöglingen an der Rampe vom Kapitol zum Forum Romanum. Entstanden ist diese Aufnahme 1857. 

Giogio Sommer hat 1860 einen antiken Trödelmarkt fotografiert, aber er vermittelt auch einen Eindruck vom mit Gläubigen übersäten Petersplatz anlässlich der Ostersegens 1865. 

Es ist natürlich unmöglich, alle Fotos im Buch hier zu benennen. Abgelichtet ist u.a. auch eine Hinrichtung eines Patrioten auf dem Schafott im Jahre 1865. 

Im 2. Kapitel dann  kann man eine sich verändernde Stadt betrachten. Ehemalige Ghettos mussten den Prachtstraßen weichen. Es ist die Zeit, in der die Grandhotel boomen und die Caféhäuser, allen voran das Caffè Greco an der Via Condotti, zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens avancieren. Die erste Pferdetrambahn nahm 1877 ihren Betrieb auf. Bemerkenswerterweise konnte der Jugendstil in Rom nur schwer Fuß fassen, weil er zur Monumentalität vieler Neubauten nicht passte. 

Es ist spannend, sich in die dann folgenden Aufnahmen zu vertiefen, nicht zuletzt auch in das Bild, das die Einweihung des damals heftig umstrittenen Denkmals für Giordana Bruno auf dem Campo de Fiori zeigt.

Gläubige und Priester in dieser Stadt sind nichts Ungewöhnliches, wohl aber Buffalo Bill mit Federschmuck im Caffè Greco 1890. Elegant gekleidete Menschen aber auch Pfadfinderinnen lassen die Blicke länger verweilen, weil man weiß, dass im 3. Kapitel eine neue Zeit heran bricht, die nichts Gutes verheißt. 

Die Jahre des Faschismus zwischen 1919-1944 verändern das Bild der Stadt. Mussolini machte sich die modernen Massenkommunikationsmittel Fotographie, Radio und Kino zunutze. Damit festigte er seine Macht. Bilder dokumentieren dies deutlich. Gezeigt wird wie Faschisten auf offener Straße Bücher verbrennen. Das geschah im Jahre 1922 bereits. Viele der Fotos erinnern an Nazi-Deutschland, nur eben mit einem anderem Panorama. Irgendwann schließlich kommen dann endlich Fotos von den Befreiern. Die Römer jubeln im Jahre 1944. 

Es folgt das Kapitel "Neorealismus, Dolce Vita und Wirtschaftswunder" 1945-1967. Damals entwickelte sich die Stadt zum Hauptschauplatz des kulturellen und künstlerischen Lebens Italiens. In der Via Margutta unterhalten nun namhafte Maler ihre Ateliers. Beliebter Treffpunkt der Künstler, Schriftsteller, Intellektuellen, Theater- und Filmleute war das Caffé Greco. Das Rom der 1950er Jahre war jenes des Dolce Vita. Das spiegelt sich auch in der Fotografie wieder. Lebenslust vor dem Hintergrund antiker Fassaden, eine Sophia Loren im Jahre 1955, die man kaum wiedererkennt, weil sie damals noch viel natürliche Freundlichkeit ausstrahlte und immer wieder lachende Menschen, lassen erahnen, welcher Zeitgeist damals herrschte. Auch das Foto von Anita Eckberg im Trevibrunnen fehlt nicht. 

Ingrid Bergmann und Antonie Quinn auf der Piazza del Popolo lassen neugierig werden, was dann noch kommt. Es ist die Zeit, die mit der Gegenwart endet. Hier findet man schließlich auch das  m. E. schönste Foto: Audrey Hepburn in einer alten römischen Villa (Ruine). Sie hält ein Lamm im Arm und strahlt Herzensgüte aus. 

Ein mehrseitiges Bild von der Ostermesse im Vatikan 2016 und tolle Fotos von Papst Franziskus versöhnen mit allem und lassen auf Zeiten des Miteinanders und der Fairness hoffen. Dieser Papst ist ein Garant hierfür. 

Auf den letzten Seiten hat man Gelegenheit sehr gute Kurzbiografien der vielen Fotografen zu lesen. Dies sollte man auch tun, weil sich die Art,  worauf ein Fotograf beim Bildermachen Wert legt, oft durch seine Vita erklären lässt. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

Überall im  Fachhandel erhältlich
Onlinebestellung bitte hier klicken: Taschen oder Amazon Rome. Portrait of a City

Rezension: The Grand Tour –The Golden Age of Travel- Marc Walter + Sabine Arqué - TASCHEN

Dieser reich bebilderte Prachtband von TASCHEN über das goldene Zeitalter des Reisens mit einer Fülle von Werbeplakaten, Auszügen aus Reiseführern, Fahrkarten, Prospekten, Speisekarten und Gepäckaufklebern präsentiert sechs Routen um die Welt. 

Alle Texte im Buch sind in englischer, deutscher, und französischer Sprache abgedruckt. In der mehrseitigen Einleitung mit dem Titel "Eine Einladung zum Reisen" erfährt man Näheres zum unterschiedlichen Verständnis von Fernreisen im 19., 20. und 21. Jahrhundert und liest hier auch zu der Entwicklung der Fotografie Wissenswertes, die zunächst zu archäologischen und dann immer mehr zu touristischen Zwecken genutzt wurde. So war beispielsweise der schottische Fotograf John Thomson ein großer Fernreisender, der allein 10 Jahre in Asien unterwegs war und ein Studio in Singapur (1862-1863) eröffnete. Man staunt, wo er damals überall  zu Gange war und das Staunen wird nicht geringer, wenn man liest, wo Gustav Le Gray, der offizielle Hoffotograf Napoleons III. überall mit seiner Fotoausrüstung  unterwegs war.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts existierten bereits die meisten Infrastrukturen des modernen Tourismus. Dabei ging die Entwicklung des Hotelwesens eng mit dem Ausbau der Eisenbahn einher. Die Eroberung der Straße durch das Automobil begann im späten 19. Jahrhundert. Schon 1903 durchquerte der Amerikaner Horatio Nelson Jackson die Vereinigten Staaten mit dem Auto und bereits 1926 wurde die Route 66 gebaut. 

Im Rahmen von sechs Kapiteln lernt man sechs klassische Reiserouten kennen: 
-Süd-und Westeuropa
-Vom Rhein zum Schwarzen Meer 
-Die nördliche Route
-Die Orientroute 
-Nach Fernost und Australien 
-Die Entdeckung der Neuen Welt und Afrikas 

Die ursprünglich als Bildungsreise angelegte "Grand Tour" führte im 16. und 17. Jahrhundert vor allem klassisch gebildete Engländer und Deutsche nach ihrem Studium insbesondere nach Italien und Frankreich (Griechenland war damals schwer zugänglich), die Niederlande, die Schweiz und nach Deutschland. Im frühen 20. Jahrhundert hatte sich Europa dann verändert. Jetzt wurde die im Sommer beliebte Côte d` Azur amerikanisiert. Orte wie Nizza, Cannes und Monte Carlo waren nun nicht mehr in der Hand des russischen Adels. Die Zeiten der Studienreisen und der Grand Tour waren zu Ende gegangen. 

Jetzt wurden die Ferienorte an der Côte d`Azur von einer kosmopolitischen, wohlhabenden Klientel besucht. Auf alten Bildern ist zu sehen, was die Menschen damals beeindruckte. So kann man u.a. Ansichten der Strände von Brighton und Calais aber auch sehr schöne alte Fotos aus der Normandie, so etwa von Étretat um 1890 oder auch Innenansichten von mondänen Hotels und Restaurants aus jener Zeit bewundern. Impressionen von Städten wie Paris oder Monte Carlo aber auch von Sanremo  und vom Lago Maggiore zeigen eine Welt, die  nur sehr betuchten Menschen vorbehalten war. 

Wunderschöne Aufnahmen von Venedig zu Beginn der 1920er Jahre, auch von Florenz und Neapel lassen lange innehalten. Die Bilder von Pompeji und anderen Reisezielen in Italien machen deutlich, was Reisende damals interessierte. Die teilweise wohl handkolorierten Bilder lassen erahnen, dass das Reisen damals weitaus spannender war. 

Entlang der zweiten Strecke- Vom Rhein zum Schwarzen Meer- liegen einige der ältesten Reiseziele der Grand Tour. So etwa Heidelberg, die Schweizer Seen, deutsche und böhmische Kurorte. Beeindruckende Fotos aus Amsterdam im späten 19. Jahrhundert, auch von belgischen Kurorten wie Ostende bringen dem Betrachter einer Welt entgegen, die Orte in ihrer Ursprünglichkeit zeigen. 

Geradezu abenteuerlich erscheinen die Zahnradbahnen in der Schweiz in jener Zeit. Gewöhnungsbedürftig wirken die Touristinnen in ihren langen Röcken bei Bergbesteigungen. Davos und St. Moritz, auch Innsbruck machen Staunen. Alsbald beginnt man Bild für Bild zu studieren, um die Idee des Reisens in vergangenen Zeiten möglichst facettenreich zu erfassen.

Es folgt die nördliche Route und hier auch kann man Bilder des alten Hamburg bewundern, bevor es weiter und weiter in den Nord geht bis nach Hammerfest, fotografiert im Jahre 1890. Eine Samenfamilie im Jahre 1920 und Fotos vom Nordfjord sind Impressionen aus einer Zeit, in der man noch nicht an den Klimawandel dachte. Dann erlebt man Helsinki im Jahre 1862, um kurz darauf in Moskau und anschließend in Jalta alten Reisezeiten nachzuspüren. 

Was folgt ist der Orient. Die Bilder dieses Kapitels sind besonders interessant, weil sie in eine Welt führen, die es  so nicht mehr gibt. Das gilt speziell für Tunis. Die Fotos erinnern an die Tunisreise des Malers August Macke. Bilder von Kairo aus dem Jahre 1910 erscheinen ebenso unwirklich wie die Fotos von Touristen bei den Pyramiden von Gizeh im Jahre 1905. Dann kann man u.a. Bilder von Theben bewundern und Impressionen von Jerusalem. Irgendwann gelangt man schließlich nach Petra zur Fassade des Khazne al-Firaun, abgelichtet um 1920 und darf sich anschließend in Bilder vertiefen, die den Bacchustempel in Baalbek zeigen.

Die Kultur nimmt kein Ende, auch in Asien und Australien nicht. Menschen reisten nach Bombay und Jaipur, um dort den Palast des Maharadschas zu besichtigen oder nach Benares, dem Ort wo sich die Hindus aller Kasten ihren rituellen Waschungen und Reinigungen im Wasser unterziehen. Die Chinesische Mauer, abgelichtet 1910 und alte Fotos aus Neuseeland erschöpfen den Betrachter nahezu. Auch Reisen durch einen dicken Bildband können anstrengend sein, wenn stundenlanges Staunen angesagt ist. Man muss in Etappen reisen. Eindeutig.

Was noch? 

Reisen nach Afrika und in die USA. Beeindruckend sind die gefrorenen Wasserfälle in Kanada um 1880. Gibt es so etwas heute in Zeiten des Klimawandels noch immer? 

Traumhafte alte Fotos von Yellstone aus dem Jahre 1910 und den Geysiren dort, auch Fotos von Honululu demonstrieren wie die vielen Fotos anderer Orte, dass es ein kollektives Gedächtnis geben muss, das dem Betrachter suggeriert, alles schon mal bereist zu haben, irgendwann vor langer Zeit. 

Ein grandioses Buch. Tolle Bilder und sehr gute Bildbeschreibungen

Überaus empfehlenswert. 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

Onlinebestellung:  bitte hier klicken: TASCHEN oder Amazon The Grand Tour. The Golden Age of Travel (Xl)

Rezension: Europa- In 125 Jahren um die Welt- National Geographic

Der Herausgeber dieses Prachtbandes ist Reuel Golden. Er ist der ehemalige Chefredakteur des British Journal of Photography. Nach dem Vorbild des monumentalen Werkes "In 125 Jahren um die Welt" präsentiert der vorliegende Bildband ausgewählte, atemberaubende Bilder- von frühen Schwarz-Weiß-Aufnahmen bis Autochromen, vom goldenen Zeitalter des Kodachchrome-Films bis hin zur digitalen Moderne. 

Nach einer  aufschlussreichen Einleitung ist die transkontinentale und historische Entdeckungsfahrt durch Europa in fünf Abschnitte untergliedert, als da sind: 

Nordeuropa 
Osteuropa 
Mitteleuropa 
Westeuropa 
Südeuropa 

Seinen Abschluss findet das Werk in einer jeweils  biographischen Skizzierung der Fotografen. 

Mark Collins Jenkins schreibt in seiner Einleitung, dass sich ein unverwechselbarer Stil in der Fotografie von National Geographic herauskristallisierte, nachdem Gilbert H. Grosvenor, der einflussreichste unter den frühen Chefredakteuren von National Geographic, die Farbe für sich entdeckt hatte und er umgehend damit begann, ein eigenes Team von Fotografen zusammenzustellen. Dabei sollte man wissen, dass National Geographic als ein Wegbereiter auf dem Gebiet der Fotoreportage gilt. Hunderte von Fotografen waren in den letzten Jahrzehnten für National Geographic im Einsatz. Wie Jenkins schreibt, verbindet bei allen stilistischen Unterschieden ein immer kräftiger werdender Pulsschlag des dokumentarischen Fotojournalismus die Aufnahmen. Heute habe sich die Ausrüstung auf Kameras, Objektive, Batterien, Speicherkarten und Festplatten reduziert. Allerdings sei die Technik immer noch eine Erweiterung der Gefühle und der Phantasie des Fotografen. Hinzu komme allerdings noch der Faktor Glück. 

Die Aufnahmen im ersten Abschnitt sind in Dänemark, Färöer, Finnland, Island, Norwegen und Schweden entstanden. Man erfährt immer, wer das jeweilige Foto realisiert hat, wann und wo es aufgenommen wurde und was darauf konkret zu sehen ist. So sieht man beispielsweise auf einem Foto, das auf Färoer im Jahre 1970 entstanden ist, eine durch Grindwalblut verfärbte Bucht. Der Walfang ist dort eine jahrhundertelange Tradition, die trotz der Proteste von Tierschützern weiterlebt.

Ein imposantes Foto hat Orsolya Haarberg in Norwegen 2013 realisieren können. Polarlicht in Grün und "Blutaurora"…, so unwirklich wie ein Traum. Ein anderes Naturereignis hat Robert S. Patton aufgenommen, zu sehen ist ein aktiver Vulkan auf Island. Dort zu leben, dürfte unter diesen Umständen nervös machen. Traumhaft auch ist das Landschaftsbild von Orsolaya Haarberg, das sie 2015 in Schweden realisieren konnte. Es zeigt die untergehende Sonne im Nationalpark Sarek im schwedischen Lappland. 

Die Bilder, die Osteuropa entstanden sind, wurden in Estland, Georgien, Litauen, Rumänien, Russland und in der Sowjetunion gemacht. Hier beeindruckt besonders ein doppelseitiges Foto eines Gartens mit Datsche. Er gehört einem leitenden Angestellten der russischen  Energiewirtschaft. Solche Datschen bieten dem Menschen im Sommer die Möglichkeit, der Hektik des modernen Stadtlebens zu entfliehen und zugleich ihrem inneren Bauern gerecht zu werden, wie man liest. 

Mitteleuropa wird anhand Fotos aus Deutschland, Österreich, Polen der Schweiz, der Tschechoslowakei und Ungarn dem Betrachter vergegenwärtigt. Auch hier sind die Aufnahmen aus unterschiedlichen Jahrzehnten zu sehen, so etwa eine Aufnahme von John Launois, das in Wien im Café Demel entstanden ist. Zwei Damen genießen- in ein Gespräch vertieft -   vermutlich einen köstlichen Apfelstrudel. Im dazugehörigen Text erfährt man Näheres über die altwürdige Konditorei Demel und kann dann schon mal- in der Nostalgie angekommen-, einige Seiten später Stickerinnen in Appenzeller Land bestaunen.

Idyllisch ist der Blick über den Nikolaifleet in Hamburg, den Hans Hildebrand im Jahre 1920 fotografisch festgehalten hat. Beinahe glaubt man sich in Venedig. 

Dann plötzlich stößt man auf ein Foto aus dem Jahre 1933. Aufgenommen wurde es in Nürnberg. Überall sieht man Fahnen mit Hakenkreuz. Im Hintergrund schwebt das Luftschiff Graf Zeppelin über die Stadt. Eine Zeit wird also visualisiert, von der man hofft, dass sie sich nicht wiederholt. 

Eine wunderschöne doppelseitige Aufnahme in Farbe von der Marienburg beeindruckt, weil im Vordergrund Kinder vergnügt in der Nogat schwimmen und die alte Trutzburg dadurch  geradezu friedlich wirkt. 

Westeuropa,  das ist in diesem Buch Belgien, England, Frankreich, Irland, Monaco, die Niederlande, Nordirland, Schottland und Wales. Vielleicht sind hier die imposantesten Aufnahmen entstanden. So sieht man u.a. ein Foto aus dem Jahre 1948, aufgenommen in De Panne in Belgien. Der 2. Weltkrieg war erst drei Jahre vorbei, die Menschen zieht es bereits zum Licht. Viel zu lange hat die Dunkelheit angedauert.

Faszinierend ist die Aufnahme von der Göttin Aphrodite im Louvre, realisiert von Bruce Dale im Jahre 1970. Der Name des Künstlers, der sie vor 2000 Jahre erschaffen hat, ist nicht überliefert.  Auch ist da ein Foto aus dem Jahre 1920 zu bestaunen, das im Zentrum von Colmar entstanden ist und den Ort in vortouristischer Zeit zeigt. Atemberaubend schön. 

Zum Schluss dann darf man Fotos bewundern, die in Südeuropa entstanden sind. Konkret in Albanien, Bulgarien, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Mazedonien, Portugal, Spanien, Türkei und in der Vatikanstadt. Da ist beispielsweise die Kulisse der Stadtmauern von Avila in Zentralspanien. Die alte Befestigungsanlage soll über 87 Türme verfügen. Hier frage ich mich wie das auf die Einwohner wirkte in all den Jahrhunderten. Bestärkt es das Sicherheitsgefühl oder eher den Eindruck, dass alles Fremde Feind heißt?

Faszinierend ist das Foto, das zwei Portugiesen zeigt, die von einem Lavaauswurf überrascht wurden und ein weiteres, auf dem Portugiesen beim Picknick zu sehen sind, irgendwo auf Madeira 1958.

Eine doppelseitige Luftaufnahme von Florenz und ein Blick auf Pompeji lassen Reiselust nach Italien aufkommen. Doch dieser Bildband will m. E. mehr als nur Schönheit und Vielfalt präsentieren. Er möchte, dass wir erkennen, wie nah wir Europäer uns sind und wie unsinnig es ist, Mauern und Grenzen zu errichten, die uns voneinander entzweien.

Überall im Handel erhältlich
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National Geographic. In 125 Jahren um die Welt. Europa

Rezension Peter J. König-Veggie Hotels- Vegetarisch-Vegan Reisen mit Genuss- teNeues

Dass das Reisen zu ausgesuchten Hideaways rund um den Globus durchaus großen Spaß macht, auch wenn man strenger Vegetarier ist oder vegan leben möchte, zeigt dieser ungewöhnliche Bildband, der vom teNeues Verlag auf den Weg gebracht wurde. Um ein solches Bildwerk professionell in Szene zu setzen, bedarf es natürlich geeigneter Experten, die sich mit der Materie auskennen, langjährige Vegetarier sind, und unzählige Reisen um die Welt unternommen haben, um von überall her zu berichten.

Die Reisejournalisten Karen Klein, Thomas Klein und Peter Haunert erfüllen all diese Bedingungen, wenn sie seit vielen Jahren journalistisch unterwegs sind und als eingefleischte Vegetarier zwar die exotischsten Destinationen mit wunderschönen Hotels besucht haben, doch bei der Verpflegung in diesen Traum-Oasen immer sehr enttäuscht wurden, keine Spur von vegetarisch oder gar vegan. Dies hat sie auf die Idee gebracht, ganz speziell weltweit nach vegetarisch-veganen Hotels zu suchen, die sich die Idee von der pflanzlichen Ernährung auf die Fahnen geschrieben haben. 

2011 gründeten sie die erste Kooperation rein vegetarischer-veganer Hotels und Gästehäuser, die mittlerweile auf über 500 Häuser angewachsen ist. 2015 folgte "Vegan Welcome", eine handverlesene Selektion besonders vegan-freundlicher Hotels. Nun haben die drei Autoren Karen Klein, Thomas Klein und Peter Haumert zusammen mit teNeues diese einmalige Sammlung von über 60 vegetarischen, veganen und vegan-freundlichen Hotels und Pensionen zu einem grandiosen Bildband zusammengeführt. Vom veganen Surfcamp bis zum Luxushotel, vom exklusiven Ayurveda Retreat, vom einfachen Bergchalet, vom toskanischen Landgut bis hin zum gesundheitlichen Wellness- Resort auf Bali, dem Anhänger veganer Lebensfreuden wird hier gezeigt, wie er weltweit, ganz spezielles Reisen mit seiner pflanzlichen Ernährung in Einklang bringen kann. 

Und alle 60 hier ausgesuchten Resorts haben eins gemeinsam, sie sind Unikate, dabei sehr individuell, an ganz ausgesuchten Plätzen, und selbst wenn diese in zentralen Stadtlagen, wie etwa in Berlin oder Florenz sind, so strahlen sie doch alle eine besondere Ruhe und Entspanntheit aus. Für die ausgesuchten Locations in exotischen Gebieten, sei es auf Mallorca, an der Algarve, in Andalusien, auf Gomera, in der Toskana, in Umbrien, aber auch in Südtirol, in der Provence, in Griechenland und Izmir, in England, Kanada, Kalifornien, ja Cusco/Peru und nicht zu vergessen, die zahlreichen Ayurveda Resorts in Indien, sie alle bieten den Gästen auf höchst angenehme Art das Eintauchen in eine entstresste Erholung, körperliche und geistige Regeneration und die Möglichkeit durch Selbstreflektion zum eigenen Ich zurückzufinden.

Dabei zeigt das Werk "Veggie Hotels" neben aller Exotik auch sehr aufschlussreich, worum es bei der veganen Lebensführung überhaupt geht. Hier wird dem Leser nicht aufoktroyiert, wie er sich möglichst gesundheitsfördernd verhalten soll, nein anhand wunderbarer Aufnahmen von den ausgewählten Hideways soll Lust gemacht werden, sich mit der Idee von gesunder Ernährung in einem möglichst schönen Umfeld anzufreunden. Aber damit nicht genug. Jedes Hotel stellt auch bildlich seine besondere vegane Küche vor und zusätzlich werden die speziellen veganen Essen in Rezeptform thematisiert, sodass es möglich ist, Vegetarisches aus aller Welt zuhause selbst auszuprobieren.

Über den Bildband an sich ist wie immer nur Löbliches zu berichten. Geschmackvoll, wie es nun einmal teNeues versteht, solche Kleinodien zu konzipieren, vermitteln ausdrucksstarke Aufnahmen, wie ausgesucht und jeweils einmalig die 60 Hotels sind. Anschauliche Textpassagen ergänzen den gelungenen Eindruck in englischer und deutscher Sprache und geben Auskunft über alles Wissenswerte rund um die Unterkünfte, einschließlich Pool oder Wellness, insbesondere aber über veganes Essen und ihre Zubereitung. Da bleibt zum Schluss nur die Erkenntnis: Man sollte es doch wirklich einmal versuchen, diesen Wohlfühlcharakter am eigen Leib, und unter Umständen ergeben sich ja völlig neue Lebensperspektiven. Und wer sich nicht traut, kann sich anhand dieses einmaligen Bildbandes von teNeues und der sachkundigen Autoren Karen Klein, Thomas Klein und Peter Haunert erzählen lassen, was man vielleicht versäumt hat.


Maximal empfehlenswert 

Peter J. König

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Veggie Hotels

Rezension: ICELAND- Nature oft the North- Jürgen Wettke- teNeues

Für Jürgen Wettke, den Fotograf dieses grandiosen Bildbandes sind der Blickwinkel und die Nutzung des Lichts wichtiger als die Technik. Wettke befasst sich seit einigen Jahren mit Landschaftsfotografie. Dabei möchte er mit seinen Bildern beim Betrachter Emotionen wecken und ein größeres Bewusstsein für die Fragilität der Ökosysteme unseres Planeten schaffen.

Der Bildpräsentation sind Vorwörter von  dem Isländer Ragnar Axelsson  und dem Schweden Hans Strand sowie einige einleitende Worte von Jürgen Wettke vorgeschaltet. Die Texte kann man jeweils in englischer, isländischer und deutscher Sprache nachlesen. Für Jürgen Wettke ist Island Natur pur und zwar in einer Form, Vielfalt und Unberührtheit, wie man sie kaum in einem anderen Land vorfindet. Neben den vielen derzeit ruhenden Vulkanen dokumentieren Geysire, heiße Schlammtöpfe, Fumarolen, Solfatare und  heiße Wasserquellen das geologische Pulverfass auf dem die Menschen dort leben.

Wettke zählt all das auf, was die Insel zum Eldorado für Fotografen und Geologen macht und nennt hier: riesige Gletscher, Hunderte von gigantischen Wasserfällen, vielfältigste Gesteinsformationen- als auch-farben aus dem Innern unser Erde. Islands Natur werde von ihren Elementen bestimmt, als da sind: Erde und Feuer, Eis und Gletscher, Wasser und Meer, Luft und Licht.

Diese Themen sind Gegenstand der Bilder und der Texte, die den Aufnahmen zugeordnet sind. Zunächst also Erde und Feuer: Hier kann man traumhafte  Bilder bewundern, über die man im Einzelnen kurz unterrichtet wird. So gibt es beispielsweise ein Foto, das die Thermalquelle Blesi im Haukadalur Thermalfeld zum Gegenstand hat. Die blaue Farbe, so erfährt man, entsteht durch Mineralien, die nur bestimmte Anteile des sichtbaren Lichts reflektieren kann.

Es folgen  dann unendlich schöne Aufnahmen, die man inhaltlich kaum beschreiben kann, ohne ihnen die Magie zu nehmen, so sieht man beispielweise grüne und pastellfarbene Farbspiele aus einer Welt, die unendlich fern erscheint.

Es folgen die Themen Eis und Gletscher. Das Eis schmilzt aufgrund des Klimawandels und zwar nicht nur in Grönland und in der Antarktis, sondern auch in Island. Einige Gletscher werden in den kommenden Jahrzehnten nicht mehr existieren mit Konsequenzen für unsere Umwelt, das Klima und die Wasserquellen.

Die Gletscher der Insel sollen eine Dicke von bis zu 900 Metern haben. Das Eis und die Gletscher hat Jürgen Wettke für die Ewigkeit festgehalten, wissend, dass es noch zu seinen Lebzeiten nicht mehr existent sein wird. Diese Bilder sind unendlich beeindruckend. 

Wind und Wellen formen die Eisstrukturen. Atemberaubend. Das dann folgende Thema ist das Wasser, das in Island zu den wichtigsten Elementen zählt. Wasserfälle von unendlicher Schönheit lassen lange innehalten. 

Über viele Seiten hinweg ist Staunen angesagt, dann das Meer. Hier peitschen haushohe Wellen bei Windstärke 10-12 gegen die Südküste Islands. Was dann noch bleibt, ist das Thema Licht und Luft. Polarlicht, dann auch Sommerlicht in sattem Grün und Lupinen, die sich durch die klare Sicht auf Lavafeldern bis zum Horizont erstrecken, beenden den Reigen. 

Dies ist ein Buch über die Naturwunder Islands, abgelichtet von einem einfühlsamen  Fotografen, der  Magie in Bilder zu zaubern vermag.

Sehr empfehlenswert.

Helga könig

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Iceland Nature of the North

Rezension: Venice- Serge Ramelli-teNeues

Die Aufnahmen für diesen wunderschönen Bildband hat der französische Fotograf Serge Ramelli realisiert. Auf 176 Seiten hat man Gelegenheit 85 Farbfotos von Venedig zu bewundern. Für alle, die die Stadt lieben oder kennen lernen wollen, ist das  Buch  eine große Bereicherung. Dies schon mal vorab.

Die Einleitung hat der Fotokritiker Manfred Zöllner verfasst. Er ist Stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift fotoMagazin. Der Text ist in englischer, französischer und deutscher Sprache abgedruckt. 

Ramelli gilt als Meister der Bildbearbeitung und nutzt den Effekt Farben zu manipulieren, um durch seine Venedig- Impressionen Emotionen zu erzeugen. Seine Venedig-Ansichten erzählen von versteckten Abenteuern hinter Hausfassaden, so Zöllner und vermittelten das Gefühl, dass hier jeden Augenblick etwas Erstaunliches passieren würde. 

Die Bildästhetik prägt ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Farben und Kontrasten, einer leicht erhöhten Farbsättigung bei der Bildkomposition und späteren Bildbearbeitung, lässt der Fotokritiker  die Leser wissen und äußert sich sehr anerkennend über diese Arbeiten von Ramelli.

Um welche Motive es sich im Einzelnen handelt, kann man auf den letzten Seiten nachlesen. Gezeigt wird die morbide Pracht der alten Handelsstadt. Dabei spürt man, selbst wenn man nichts von der Historie der Renaissance- Metropole wissen sollte, dass jedes der Gebäude viele Geschichten birgt. Das Spiel mit den Farben löst Stimmungen aus, die zwischen Melancholie und Romantik angesiedelt sind. Natürlich sieht man beim ersten Hinschauen sofort, dass es die Stadt an der Lagune ist, die hier in ihrer ganzen Schönheit gezeigt werden soll, denn sie ist Teil des kollektiven Gedächtnisses. Doch das gängige Klischee, das Venedig umgibt, wird nicht  bedient. Wie von Zauberhand ist der Tourismus und das gesamte Spektakel, der mit ihm verbunden ist, offenbar der Bildbearbeitung zum Opfer gefallen. Endlich durchatmen...

Jedes Bild macht allein schon deshalb neugierig, so auch ein traumhafter Innenhof, der über eine steinerne Treppe zu erreichen ist und die uralten Kirchen, die die Stadt zu einem spirituellen Ort machen, jenseits von dem, was sie vor vor allem war: eine Handelsmetropole.

Je länger man sich die Bilder anschaut, umso mehr beginnt man die Stadt mit allen Sinnen zu erfassen, meint ihren Duft sogar in er Nase zu haben und versteht das Spiel mit der Eitelkeit, das überall, wo der Handel zuhause ist, offenbar dazugehört. Der Karneval in Venedig- es werden auch prachtvolle Kostüme gezeigt-, ist der Ausdruck des einstigen Reichtums dieser müde gewordenen Stadt. Kein Lärm irritiert heute mehr. Das macht die Bildbearbeitete ein wenig zur Geisterstadt, zum Ort, an dem sich die Dichter endlich wohl fühlen können....

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Venice

Rezension: Sizilien- John Julius Norwich- Klett-Cotta

Autor dieses Werkes ist der 1929 geborene Brite John Julis Norwich. Wie er bereits in seinem Vorwort bekundet, ist die Geschichte Siziliens eine traurige, weil Sizilien eine traurige Insel sei. Mittels des Buches möchte Norwich besagter Traurigkeit auf die Spur kommen. 

Die Insel war stets von großen Mächten umkämpft und wurde im Laufe der Jahrhunderte von ihnen erobert. Sie gehörte allen und war dennoch nie ein Teil einer fremden Macht. Trotz der Schönheit der Landschaft, der Fruchtbarkeit des Bodens und des segensreichen Klimas spüre man bis heute etwas Düsteres, Grüblerisches- etwas unterschwellig Schmerzliches, wie es in der Armut, der Kirche, der Mafia oder sonst etwas zum Ausdruck komme, das heute zum Sündenbock herhalten müsse, allerdings nicht die wahre Ursache sei. Es sei ein Schmerz infolge leidvoller Erfahrungen, verpasster Gelegenheiten und unerfüllter Versprechungen- der Kummer einer schönen Frau, die zu oft betrogen wurde, um noch offen zu sein für das Wagnis der Liebe oder der Ehe. 

Es sind viele Völker, die auf der Insel Spuren hinterlassen haben: Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Goten, Byzantiner, Araber, Normannen, Deutsche, Spanier und Franzosen. Darüber wird man im Buch in einzelnen, spannend zu lesenden Kapiteln sehr gut aufgeklärt. 

Auch visuelle Eindrücke bleiben nicht ausgespart, nicht nur was Sehenswürdigkeiten anbelangt, so werden auch relevante historische Persönlichkeiten abgebildet, leider nicht Friedrich II, der Stauferkönig, über den man im Buch sehr viel Wissenswertes erfahren kann, da er auf Sizilien geboren und dort zur Legende wurde. 

Unmöglich die Zeitläufte Siziliens hier im Rahmen der Rezension nachzuzeichnen. Das Buch ist nämlich äußerst faktenreich und spart selbst neuere Geschichte nicht aus, wie etwa die Mafia und Mussolini oder den Zweiten Weltkrieg. 

Warum ich das Geschichtsbuch in die Reisebuchabteilung verortet habe? Weil Sizilien-Reisende sich damit sehr gut vorbereiten und  die Insel in ihrer Farbigkeit, aber auch in ihrer latenten Traurigkeit besser verstehen können. 

Empfehlenswert.

Helga König

Das Buch ist überall im Handel erhältlich
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Sizilien: Eine Geschichte von der Antike bis in die Moderne

Rezension: Chasing Light- Stefan Forster- teNeues

In diesem wunderschönen Bildband werden Werke des Schweizer Fotografen Stefan Forster gezeigt, der den größten Teil seiner Kindheit in der Natur verbrachte. Bereits im Alter von 17 Jahren wanderte er ganz allein drei Wochen lang durch das südliche Hochland Islands und entdeckte dort seine Liebe zur Fotografie. Einige Jahre später machte er seine Leidenschaft zum Beruf und eröffnete eine eigene Fotoakademie.

Heute bereist der 31 Jährige jeweils sechs Monate im Jahr die Welt und führt jährlich auf zwölf exklusiven Workshops seine Kunden zu den schönsten Orten unseres Planeten. 

Im Vorwort, das in englischer, französischer und deutscher Sprache abgedruckt worden ist, schreibt Stefan Forster, dass er seine Kamera für seine Reise nach Island damals durch den Verkauf seines ersten Bildes an Tageszeitungen und Fachmagazine in unterschiedlichen Ländern verdient hatte. Er hatte aus Zufall einen seltenen Kugelblitz aufgenommen. 

Nach seiner ersten Fotoexpedition folgten weitere, die ihn nach Grönland, nach Alaska, nach Kanada und in die USA führten und parallel zum Aufbau seines Portfolios 2008  gründete er ein Kurszentrum für Fotografie und Fotoreisen. 

Gemeinsam mit seiner Frau, die das Reisebüro und die Kursadministration leitet, werden jährlich 700 Kursteilnehmer (m/w) unterrichtet und begleiten zum Teil den Fotografen auf seinen Fototouren. 

Forster lehnt Fotomanipulationen generell ab. Er sieht seine Aufgabe darin, den Betrachtern zu zeigen, wie wunderschön unser Planet ist und was es zu schützen gilt. 

Seine Bilderwelten in diesem Buch hat er untergliedert in: Wälder und Bäume; Sanddünen und Wüste; Eis und Schnee; Canyons, Felsen und Vulkane; Berge; Die Welt von Oben; Flüsse, Seen und Küsten und Lichter der Nacht. 

Den einzelnen Kapiteln sind kleine, einleitende Texte in Englisch, Deutsch und Französisch vorangestellt. Die Bildbeschreibungen  selbst sind in Englisch nachzulesen.  Dabei führen die Fotos, oft  zwei Buchseiten umfassend, in Traumwelten, die häufig sehr surreal erscheinen und dabei so schön sind, dass der Blick sich kaum abwenden kann. 

Wer hier nicht staunen kann, dem ist nicht mehr zu helfen.

Ein grandioser Bildband. 

Überaus empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Mallorca- Michael Poliza- teNeues

Die Fotos für diesen wunderschönen Bildband hat der renommierte Fotograf Michael Poliza realisiert. Er wurde als Pionier der Digitalfotografie, die beindruckende Wildlife- und Landschaftssujets thematisiert, mehrfach ausgezeichnet. Für sein Werk "Eyes over Africa" erhielt er den Deutschen Fotobuchpreis“. Einige seiner hervorragenden Bücher habe ich auf "Buch, Kultur und Lifestyle" bereits vorgestellt und war überrascht als ich las, dass Michael Poliza in diesem Frühjahr bei teNeues einen Fotoband mit Impressionen von Mallorca veröffentlicht hat.

Die Texte für das Buch, in deutscher und englischer Sprache, stammen von Tiny von Wedel. Die freie Autorin lebt seit 2001 auf Mallorca. Die gebürtige Hamburgerin hat mit Poliza übrigens auch ein kurzes Interview gemacht, das man im Buch nachlesen kann. Hier erfährt man, dass es sich um einen Zufall gehandelt hat, dass der Fotograf  Aufnahmen von Mallorca machte. Es war die Zeitschrift Stern, die ihm den Auftrag gab, die Insel in einer Form bildlich zu kommunizieren, wie man sie noch nicht kennt. Dadurch entstand das Interesse, die Insel intensiv kennenzulernen.

Wie Tiny von Wedel eingangs schreibt, hatten lange bevor Touristen die Insel eroberten, sich Phönizier, Karthager, Römer und die Mauren auf Mallorca eingefunden. Sie schreibt weiter, dass Poliza die Insel aus ungewohnten Blickwinkeln zu Wasser, zu Lande und aus der Luft abgelichtet habe. In seinen Drohnenbildern verschwömmen nah und fern und eröffneten dem Betrachter einen Ausblick im Einblick.

Das liest sich interessant und macht neugierig auf die Bilder, bei denen es sich um spektakuläre Aufnahmen fernab der Tourismuspfade sowie Momentaufnahmen einer nahezu graphisch anmutenden Kulturlandschaft und Ferienwelt zugleich handelt. Beim intensiven Bestaunen ist es kein Problem, sofort Tiny von Wedels Eindrücke zu bestätigen.

Es sind epische Landschaftsporträts von Naturparks und Landschaftsschutzgebieten, Ansichten von Felsformationen und Schluchten, Bilder von paradiesischen Stränden und idyllischen Buchten, jedoch auch Pool-Landschaften und Yachten, die wie Spielzeugboote im Mittelmeer treiben. Die Aufnahmen umfassen jeweils eine Doppelseite und zeigen teilweise traumhafte Landschaftsimpressionen, die geradezu surreal anmuten. Ab und an entdeckt man einen Text, so etwa zur Inselvegetation, liest in diesem Zusammenhang über Mandeln, Oliven und Meersalz und staunt über all das Grün, das dem Betrachter entgegengebracht wird.

Irgendwann erblickt man einen Orangenhain. Hier hängen die Früchte fast bis zum Boden. Doch unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf den Hahn, der im Vordergrund steht und irgendwie irritiert zu sein scheint. Idylle pur.

Ein textliches Thema sind auch die Bevölkerung, die Touristen und die Prominenten, die im Buch nur indirekt eine Rolle spielen als unsichtbare Bewohner der gezeigten Häuser oder Schiffe. 

Für Liebhaber künstlerischer Fotos ist das Werk ebenso ein Leckerbissen wie für Mallorca-Liebhaber, die sich an dem Schönen erfreuen möchten, das  den Menschen nicht im Vordergrund wissen will. 

Sehr empfehlenswert .

 Helga König 

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Rezension: Nordsee- Kultur Geschichte Bilder- James Attlee

Dieser schöne Bildband mit insgesamt 200 Farbabbildungen und 30 s/w-Abbildungen bringt den Lesern und Betrachtern die Kultur und Geschichte der Nordsee näher. Das geschieht mittels sehr informativer Texte aber auch durch historische und aktuelle Fotos sowie durch literarische und poetische Miniaturen. 

Die Texte stammen von James Attlee. Der in Oxford lebende Autor listet zunächst die 7 Länder auf, die an der Nordsee liegen. Diese Staaten müssen sich immerfort mit dem nassen Element auseinandersetzen. 

Wie Attlee betont, hat der Mensch einen großen Teil der heutigen Landmasse der Niederlande dem Meer abgetrotzt. Insofern handele es sich hier um eine künstliche Landschaft, die durch zahllose Kanäle, Dämme und Schleusen, Windmühlen und Pumpen reguliert werde. Wie man mit den Herausforderungen des Meeres fertig werde, würde viel über den Nationalcharakter und die Kultur eines Volkes aussagen. 

Bilder von Strandurlaubern, auch aus längst abgelebten Zeiten sollte man ausgiebig studieren, weil sie mehr sind als bloße Postkartenansichten. Was man hier-   teilweise begleitet von sehr schönen lyrischen Impressionen namhafter Poeten- , sieht, sind künstlerisch wertvolle Aufnahmen, die Lebensgefühle am Meer zum Ausdruck bringen. 

Eine Fülle von historischen Bildern und immer wieder Gedichte, darunter selbst Goethes "Nähe des Geliebten", bezaubern facettenreich. 

Was das ist? In der Gesamtheit eigentlich Poesie, facettenreich dargestellt. Auch eine Textstelle aus aus Thomas Manns "Die Buddenbrooks" wird nicht ausgespart und man kann immer wieder traumhafte Bilder vom Meer bewundern und dazwischen  beispielsweise ein Poem von Rilke oder Theodor Storm lesen. Selbst die Sturmschäden von 1962 lassen sich anhand von Bildern  nachvollziehen, indem man sich dabei  in das Gedicht "Sturm" von Heinrich Heine vertieft.

Was dem Leser hier entgegengebracht wird, ist ein Buch, das auf eine subtile Art dazu motiviert, eine Reise an die Nordsee zu planen, um dort das zu finden, was die Dichter in ihren Versen festgehalten haben: Fernweh und Furcht.

"Doch  ich kenne die Gefahren,
die mein Schiff bedrohen.
Ständig wird es durch das
dunkle Meer der Außenwelt
bedrängt werden."

Antoine de Saint-  Exupéry

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Rezension: Entryways of Milan- Karl Kolbitz - Taschen

Mailand ist die zweitgrößte Stadt Italiens und Hauptstadt der Region Lombardei sowie der Metropolitanstadt Mailand. Viele beeindruckende architektonische Gebäude können dort bestaunt werden und in diesem Zusammenhang auch ganz besondere Eingangshallen. Für Reisende mit Architekturinteressen sind die im vorliegenden Buch  gezeigten Eingangshallen ein Highlight, das sie sich nicht entgehen lassen sollten. 

Karl Kolbitz hat in diesem wundervollen Bildband 144 der eindrucksvollsten Mailänder Eingangshallen dokumentiert und lässt den Betrachter nicht im Ungewissen, welche architektonischen Überraschungen hinter oft unscheinbaren Fassaden zum Vorschein kommen können. 

Im Zwischenreich zwischen dem öffentlichen und dem privaten Raum, zwischen Drinnen und Draußen konnten sich einige der eindrucksvollsten und elegantesten Beispiele des italienischen Modernismus erhalten. 

Der Taschen- Verlag schreibt "Auf dem durchaus wohldokumentierten Terrain des italienischen Designs im 20. Jahrhundert und des Mailänder Modernismus stößt Kolbitz mit diesem Band die Tür zu einem ganz neuen Forschungsgebiet auf. 

Die Sammlung umfasst Gebäude aus den Jahren 1920 bis 1970 und enthält Arbeiten berühmter Architekten der Stadt, wie Giovanni Muzio, Gio Ponti, Piero Portaluppi und Luigi Caccia Dominioni, aber auch Werke weniger bekannter Baukünstler, die ebenso formvollendet sind. Detailaufnahmen von Fliesen, Mosaiken, Handläufen und Türgriffen wechseln sich ab mit Gesamtansichten, die das besondere Flair und den individuellen Charakter jedes Foyers perfekt einfangen. In ihren begleitenden Texten erläutern Penny Sparke, Fabrizio Ballabio, Lisa Hockemeyer, Daniel Sherer, Brain Kish und Grazia Signori die kunsthistorischen und architektonischen Details dieser Ingressi, benennen Materialien und Einrichtung und zeigen die sozialgeschichtlichen Hintergründe auf. 

Das Buch, das gleichermaßen als architektonischer Stadtführer wie als architekturhistorische Studie gelesen werden kann, enthält einen Stadtplan von Mailand, in dem alle dargestellten Objekte eingetragen sind sowie alle Adressen, Architektennamen und die jeweiligen Baujahre." 

Besser lässt sich das Werk nicht skizzieren.

Dieses Nachschlagewerk ist eine wundervolle Inspiration für alle, die sich für architektonische Feinheiten begeistern können. Jede einzelne Ansicht hätte es verdient, näher beschrieben zu werden, doch dies würde den Rahmen einer kurzen Buchvorstellung sprengen. 

Den Eingangshallen ist eines gemeinsam: sie wirken wohldurchdacht, einladend und edel zugleich. 

Wer die Hallen betritt, spürt den kulturellen Anspruch der Gestalter und wird neugierig, ob die Eigentümer dieser Mailänder Hallen dem Anspruch auch tatsächlich gerecht werden.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: 26 historische Gasthäuser in Baden-Gmeiner

In diesem spannend zu lesenden Handbuch werden 26 historische Gasthäuser in Baden vorgestellt. Dabei erfährt man stets Wissenswertes zu der Geschichte der einzelnen Häuser aber auch wie sie heute gestaltet sind. Es geht nicht, um Speisen und Getränke, Öffnungszeiten etc, denn es handelt sich bei diesem Werk nicht um einen herkömmlichen Gastronomieführer. Vielmehr werden visuelle Einblicke in Gasträume und anekdotische in Familien vermittelt, die die gezeigten Gasthäuser betreiben oder betrieben haben. 

Am spannendsten finde ich die alten Fotos oder Bilder. So lernt man eine alte Ansicht des Hotel Restaurants zum Ochsen in Schallstadt-Wolfenweiler kennen. Das Gebäude wurde 1586 erbaut, war zunächst Posthalterei, Ratsstube, auch Einkehrstätte für Reisende. Heute ist das Haus denkmalgeschützt. Wie viele alte Gebäude wären uns erhalten geblieben, wenn der Denkmalschutz gleich nach dem 2. Weltkrieg gegriffen hätte? Nachhaltigkeit war zu lange ein Fremdwort.

Interessant auch ist die Geschichte des Hotel Restaurant Oberkirchs in Freiburg, die bis ins Jahr 1738 zurückreicht. Der Reiz dieses Hotels ist u.a. in seiner Lage begründet. Gibt es Schöneres als einen Blick auf den Freiburger Markt?

Das Buch ist für alle ein  Highlight, die Tradition zu schätzen wissen und nachvollziehen wollen wie es sein kann, dass es in manchen Familien möglich ist, dass Aufgebautes länger als drei Generationen Bestand hat. Das was viele als Wunder begreifen, ist in Wahrheit ein unverbrüchliches Wir-Bewusstsein, das leider in Vergessenheit geraten ist.

Empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Romantische Gartenreisen in Deutschland- Klaus Bender u.a. Callwey

Das nun ist das zweite Gartenreisebuch, das ich in diesem Frühling vorstellen möchte. "Romantische Gartenreisen in Deutschland" ist von fünf Autoren verfasst worden. 

Diese sind: Manfred und Klaus Bender, Elke Gräfin von Pückler, Sabine Freifrau von Süßkind und Victoria Wegner. 

Die Autoren haben das Buch deshalb gemeinsam geschrieben, weil sie den Lesern die besten und abwechslungsreichsten Touren mit tollen Geheimtipps durch die unterschiedlichen Regionen in Deutschland aufzeigen möchten und dies offenbar am besten klappt, wenn man sich in der jeweiligen Region gut auskennt. 

Vorgestellt werden in diesem schönen Reisebuch 60 Gärten unterschiedlicher Gartentypen. Diese Paradiese befinden sich in: Nordbayern, rund um München, Baden Württemberg, Hessen, Ostwestfalen-Lippe, Rheinland von Bonn bis Düsseldorf, Niederrhein, Norddeutschland und in Ostdeutschland.

Wer sich welcher Tour aus welchen Gründen zugewandt hat, erfährt man in der Einleitung. Dann darf man Seite für Seite staunen und sich über die einzelnen Gärten auch textlich informieren. Neben traumhaften Fotos von den einzelnen Paradiesen werden immer der Eigentümer, auch die Besonderheit des Gartens und die Homepage des Gartens  genannt. Zudem erfährt in kurzweilig zu lesenden Texten Wissenswertes über die einzelnen Gärten. 

Der Schlosspark von Dennelohe ist einer der Gartenanlagen in Nordbayern. Es handelt sich dabei um den Park des Familiensitzes der Autorin Sabine Freifrau von Süsskind. Der Landschaftspark dort ist 26 ha groß. Tausende von Azaleen und Rhododendren (ca. 500 verschiedene Sorten) kann man bewundern. Doch dies ist bei Weitem nicht alles. 

Im Anschluss an die Gartenpräsentation einer Region folgen jeweils gute Reisetipps sowie Wissenswertes die fokussierte Route betreffend. Anhand eines Landkartenausschnitts erhält man eine Idee davon, wo die beschriebenen Gärten beheimatet sind. 

Besonders neugierig gemacht haben mich die Gartenpräsentationen rund um München und hier nicht zuletzt der Lieblingsgarten von Ludwig II: Schlosspark Linderhof. Erwähnt wird bei den diesbezüglichen Reisetipps auch der Schlosspark Herrenchiemsee und die Lindauer Dahlienschau, auf der 700 verschiedene Dahliensorten auf 3000 Quadratmetern blühen. Welch eine Farbexplosion!

Wunderschön ist die 8o Jahre alte Glyzinie im Schau- und Sichtsgarten Hermannshof in Weinheim an der Bergstraße. In diesem Garten wachsen über 3000 Pflanzen, unter ihnen die älteste Brautmyrthe Deutschlands. Insel Mainau wird nicht ausgespart. Dort den italienischen Rosengarten zu bewundern, macht gewiss sehr viel Freude. Den Barockgarten von Schloss Ludwigsburg in Baden Württemberg zu besichtigen, dürfte ebenso interessant sein wie den Garten der Barockresidenz Rastatt. Natürlich spielen Rosen in beiden Gartenanlagen eine nicht unbedeutende Rolle. Der botanische Garten in Tübingen weist rund 10.000 Pflanzenarten auf, unter ihnen Wild-Fuchsien und Rhododendron-Wildarten u.a. aus dem Himalaja. 

Auch in Baden-Württemberg gibt es demnach viele wunderbare Gärten, die neugierig machen und in Hessen staunt man nicht nur über den Palmengarten, sondern  u.a. auch  über das traumhafte Paradies für Rhododendren in Schloss Wolfsgarten bei Langen und  über andere Paradiese mehr. 

Alle Gärten im Buch beeindrucken den Leser, der sich wünscht, recht bald aufzubrechen, um überall die Pflanzen sowie die Blumenpracht, real bewundern zu dürfen. 

Die Gartenanlagen in Kleve am Niederrhein darf man nicht unerwähnt lassen. Diese Anlage geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Ein terrassenartiger Hang eines Hügels bildet den Kern dieses Gartens, der sehr edel anmutet. . 

Den Fürst-Pückler-Park Bad Muskau muss man hervorheben. Er ist seit 2004 Welterbe der UNESCO. Auch der Fürst-Pückler-Park Branitz ist eine Augenweide. Sich mit diesen beiden Gärten zu befassen, bedeutet zu begreifen, was es heißt, Gemälde mit den Mitteln der Natur zu kreieren. 

Schön und inspirierend ist jeder Garten und jede Beschreibung in diesem Buch. Wer ins Paradies entfliehen möchte, erhält gute Anregungen. Es gibt viele Paradiese weit weg von Märchen und Traum,  das lässt sich nicht leugnen. Paradiese, die die Seele berühren, sind allerdings selten. Dies sind Gärten, die durch Farbe, Form und Duft alle Sinne betören und uns der Poesie näher bringen. Wie solche Gärten ausschauen, erfährt man in diesem wundervollen Bildband.


Sehr empfehlenswert 

Helga König 

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Rezension: Garten Reiseführer Deutschland- Die 1500 schönsten Gärten und Parks- Christina Freiberg

Dieser sehr bemerkenswerte Garten- Reiseführer wurde von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur E. V.   herausgegeben und hat die 1500 schönsten Gärten und Parks Deutschlands zum Thema. 

Das Standardwerk der Gartenliteratur gibt es nun in der 8. Auflage mit einer umfassend und komplett überarbeiteten Liste sehenswerter Parks und Schlossgärten. Wie Jens Spanjer, Präsident der DGGL in seinem Vorwort schreibt, wurden in den letzten Jahren in Deutschland nicht nur historische Gärten restauriert oder mit umgesetzten Parkpflegewerken zu neuem Glanz erweckt, sondern darüber hinaus zahlreiche neue zeitgenössische Anlagen geschaffen, nicht zuletzt in unseren Städten. Immer häufiger spielen touristische und gesellschaftliche Aspekte als auch Funktionen für das Stadtklima im Umgang mit Parks und Gärten eine Rolle. 

Als Kulturgut nehmen Gärten eine ganz besondere Funktion ein, weil man sie mit allen Sinnen erleben kann. Es geht in erster Linie um das Erfahren von gestalteter Natur, von jahreszeitlichen Veränderungen und von Lebenszyklen nicht selten verbunden mit einer einmaligen Ästhetik. 

Die Gärten sind den einzelnen Bundesländern zugeordnet. Eine Zeichenerklärung im Vorfeld und auch jeweils eine Karte des fokussierten Bundeslandes, wo die einzelnen Gärten durch Ziffern gekennzeichnet eingetragen sind, vereinfacht die Zuordnung. 

Jeder Garten ist kurz unter botanischen und gestalterischen Gesichtspunkten beschrieben. Häufig erhält man einen visuellen Eindruck durch ein Foto. Dazu kommen dann immer Daten über den Eigentümer, dessen Anschrift. E-Mail- und Internetadresse. Auch der Preis für den Eintritt und Infos zu Führungen und Veranstaltungen werden genannt. 

Besonders neugierig gemacht haben mich einige mir nicht bekannte Gärten und Parkanlagen im näheren Umfeld, so etwa der Apothekergarten in Wiesbaden, der Chinesische Garten im Bethmannpark in Frankfurt aber auch ein klassischer Zen-Garten in Trebur-Astheim.

Durch Deutschland zu reisen, um Gärten und Parks zu besuchen, bedeutet weit mehr als wohlgestaltete Flora zu bestaunen. Solche Reisen dienen einer gesunden Psyche und einem Verständnis für friedfertige Kultur. 

Wir träumen alle von einem Paradies und sollten uns bewusst werden, dass wir es gleich nebenan finden, wenn wir uns kundig machen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Atlas der ungewöhnlichsten Orte- Travis Elborough, Alan Horsfield

Dieser Atlas der ungewöhnlichsten Orte offenbart sich als ein Kompendium der kuriosen, sonderbaren, merkwürdigen Plätze. Die Orte sind sechs Rubriken zugeordnet:

Realisierte Träume
Verlassene Orte
Gebaute Kuriositäten
Inselwelten
Schaurige Orte
Unterirdische Orte

Alle Orte sind bestens beschrieben. Kartenmaterial und Fotos vervollständigen das Bild des Ungewöhnlichen. 

Da gibt es beispielsweise Hashima (Japan), die verlassene Insel der Minenarbeiter. Diese Insel galt als der am dichtesten besiedelte Ort auf der Welt. Als die Mine geschlossen wurde, verschwanden die Menschen in kurzer Zeit von dort. Heute ist der Ort verwildert und geisterhaft. Dennoch zählt Hashima zum Weltkulturerbe seit 2015. 

Spannend auch ist die Geschichte des Ortes San Juan Parangaricutiro in Mexiko, der Opfer eines Vulkanausbruchs wurde. Nur die Kirche blieb wie durch ein Wunder unbeschadet. Wer sie besucht, begreift, was Schicksal ist. 

Auch von einem geschändeten Ort in Frankreich liest man. Dieser Ort heißt Oradour-Sur-Glane. Dort wurden 642 Menschen von den Nazis ermordet. Das Dorf wurde nicht wiederaufgebaut und ist heute ein Denkmal für die Toten und ein Symbol der Erinnerung. 

Es werden Orte im Buch beschrieben, die den Leser staunen machen, so etwa die hängende Bergkirche Santuario Madonna della Corona unweit von Verona oder der Mount Roraima in Venezuela. Sir Walter Raleigh erzählte erstmals von diesem Berg. 

Zu den schaurigen Orten zählt der "Berg der Kreuze" ich Litauen oder auch die Puppeninsel in Mexiko Stadt. Sie ist eine Art Sinnbild für das menschliche Werden und Vergehen. 

Zu guter Letzt lernt man einen unterirdischen Fluss kennen. Dieses 7. Weltwunder befindet sich im Puerto-Princesa-Nationalpark auf den Philippinen. 

Was bleibt,  ist ein Eindruck etwas ganz  Besonderes kennen gelernt zu haben, mystische Orte, wenn man so will. Wer das Geheimnisvolle sucht, findet hier, was ihn gewiss anspricht.

Empfehlenswert 

Helga König

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