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Rezension: Wildes Mecklenburg-Vorpommern- Bilder einzigartiger Naturschätze

Dieses Buch hat der im Münsterland geborene Fotograf Norbert Rosing auf den Weg gebracht. Er hat die einzigartigen Naturschätze Mecklenburg-Vorpommerns in beeindruckender Weise abgelichtet und lässt den Leser dieses wunderschönen Buches daran teilhaben.

Den Einleitungstext hat Hilke Madauner verfasst. Den Fotos sind stets kleine erläuternde Texte beigegeben. Eine Karte von Mecklenburg-Vorpommern auf einer der letzten Seiten zeigt, wo die Bilder im Einzelnen entstanden sind. In die Vita des Fotografen kann man sich ganz zum Schluss vertiefen.



Auf den Anfangsseiten hat man Gelegenheit erste visuelle Eindrucke zu sammeln. Besonders angetan bin ich hier von der Heidelandschaft mit Kiefern auf der Insel Hiddensee und von einer Sommernachtsimpression an der Müritz, realisiert an einem von mehr als 100 Seen und zahllosen kleineren Gewässern des Parks. Beeindruckt bin ich auch von einer Luftaufnahme, die wenig später folgt und die kleine Insel Block zeigt, die übrigens unbewohnt und nur spärlich bewachsen ist. Sie befindet sich südlich von Hiddensee und ist künstlich durch Aufspülung von Sand aus der Fahrrinne nach Stralsund entstanden.

Madauer lässt den Leser wissen, dass allein 14 deutsche Nationalparke in Mecklenburg-Vorpommern liegen. Zu diesen kommen sieben Naturparke, drei Bioreservate und ein Geopark als Großschutzgebiete, des Weiteren 288 Natur- und 144 Landschaftsschutzgebiete.

Untergliedert ist das Buch in:

-Vorpommersche Boddenlandschaft und Mecklenburger Ostseeküste: BLAUE LAGUNEN
-Müritz und Umgebung: WASSERLAND
-Rügen und Usedom: ZEUGEN DER EISZEIT

Tausende von Zugvögeln erfreuen sich an den Bodden Mecklenburg-Vorpommerns mit ihrem Windwatt und den daran anschließenden Flachwasserbereichen eines reichhaltigen Nahrungsangebotes. Für die Kraniche sind die Werderinseln zwischen Zingst und Hiddensee ein wichtiger Übernachtungsplatz, wenn sie auf ihrem Zug von Skandinavien und Nordeuropa in den Süden Rast machen. Ein Luftaufnahme zeigt die Schönheit dieser zartgrünen Inselchen.


Beeindruckend auch ist ein Panoramabild, das eine Ansammlung von Schilf zum Motiv hat. Das Schilf erhebt sich aus dem Barther Bodden, in dem auch die Inseln Kirr und Oie liegen. Man liest von dem Gespensterwald bei Nienhagen, der ein Teil des 180 Hektar großen Nienhagener Forstes zwischen Warnemünde und Heiligendamm ist. Buchen, Eichen und Eschen sollen dort so dicht stehen, dass kaum Licht für Bodenpflanzen bleibt. Die Fotos von diesem Wald, um den sich so viele Mythen und Legenden ranken, sind gruselig und bezaubernd zugleich.

Man lernt u.a. das Fischland-Kliff zwischen Ahrenshoop und Wustrow kennen, kann sich eines Fotos von einer Kolonie bodenbrütender Kormorane auf der Insel Heuwiese erfreuen und eine Formation von Kranichen im Sonnenaufgang ziehen sehen. Der feine Sand der Küste des östlichen Zingst und der Strandhafer dort haben dem Fotografen ebenso angelockt, wie die Wind geformten Bäume am Darßter Ort. In der Nähe von Stralsund erhebt sich der Klatschmohn leutend rot in einem Gerstenfeld, während auf der Insel Hiddensee die letzte große Zwergstrauchheide der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste in einem Brombeerrot den Betrachter melancholisch werden lässt.

Wunderschön ist die Heidelandschaft auf Hiddensee, die sich auf einem Strandwallfächer in Boddennähe bis zu den fünf Meter hohen Dünen an der Westküste erstreckt. Der immergrüne Wacholder ist dort mit seinen blauen Zapfen ebenso zu Hause wie die gemeine Krähenbeere mit ihren schwarzen Früchten.

Der 1990 ins Leben gerufene Nationalpark Müritz mit seinen Wäldern, Seen, Mooren, Wiesen und Weiden teilt sich in zwei räumlich voneinander getrennte Gebiete auf. Die Müritz ist mit 117 Quadratkilometern nach dem Bodensee der zweitgrößte See Deutschlands. Entstanden ist er während der jüngsten Eiszeit. Man kann sich der Morgenstimmung über dem Schilfgürtel und der Verlandungszone der Müritz erfreuen und auch der weißen Seerosen, die im Sommer zu Tausenden auf den Gewässern rund um die Müritz erblühen, wenn man einen Sinn für die Schönheit der Natur hat. Der Nationalpark Müritz ist übrigens bis zu 480 Meter lang und 150 Meter breit.


Die Landschaftbilder von Rügen und Usedom sind ein Traum. Bereits Caspar David Friedrich war von den Kreidefelsen von Jasmunds begeistert. Ich bin es auch, wenn ich die Doppelseite im Buch aufschlage und das Zauberhafte Foto bewundere. Dass die Rügener Schreibkreide mehr als 70 Millionen Jahre alt ist, wusste ich nicht. Stubnitz mit ihren einzigartigen Felsen wurde 1935 bereits als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Vor der Küste des Biosphärenreservates Südost-Rügen gibt es mit Algen überwachsene Granatfindlinge, die von der letzten Eiszeit stammen. An den Steinen und Algen kann man sehen, dass der Wasserspiegel schwankt.

Interessant auch ist eine Luftaufnahme der Insel Ruden im Norden Usedoms. Sie wird seit Jahrhunderten immer kleiner. Mittlerweile schützt ein Ringdamm den Norden und Betonrippen den Süden.


Ein Jugendfreund hat sich vor einigen Jahren auf einer kleinen Insel Mecklenburg Vorpommerns niedergelassen, wie ich vor Kurzem erst erfuhr. Seit ich die Fotos im Buch studiert habe, weiß ich genau weshalb er es tat. Eine kluge Entscheidung.



Bilder: © Gruner+Jahr AG & Co KG

Mit freundlicher Genehmigung des National- Geographic-Verlags


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