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Rezension:Eine Reise zu allen UNESCO-Stätten (Gebundene Ausgabe)

Der Fotograf Ernst Wrba sowie die Autoren Edda und Michael Neumann haben diesen schönen und dabei informativen Bildband auf den Weg gebracht, der mit einer Landkarte von Deutschland seinen Anfang nimmt, auf der alle UNESCO- Weltkultur- und Welterbe-Stätten, die im Buch thematisiert werden, eingezeichnet sind.

Ziel der UNESCO- Welterbestätten e.V. ist es, sowohl Weltkultur- als auch Weltnaturerbestätten bekannter zu machen und auf behutsame Weise den Tourismus in einem denkmalverträglichen Ausmaß zu fördern. Deutschland verfügt derzeit über 36 solcher Stätten. Diese lernt man im vorliegenden Buch näher kennen.

Zur Sprache wird zu aller erst das Wattenmeer gebracht, das vor 20 Jahren noch als bedrohtes Paradies galt. Hier sind die Vogelscharen zahlreicher als an anderen Küsten. Die Gründe hierfür werden genannt und auf die Milliarden von kleinen und kleinsten Lebewesen hingewiesen, die im Wattenmeer ihren Lebensraum haben. Man liest von Wattexkursionen, wo man u.a. auch Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale beobachten kann und erhält gute Infos zum Wattenmeer- Besucherzentrum und entsprechendes Adressenmaterial.

Sehr gut ist die Bremer Freiheitsstatue und das Rathaus beschrieben. Vor 600 Jahren wurde das Rathaus mit seinen gotische Hallen und der Renaissancefassade erbaut. Die Freiheitsstatue "Roland" ist ebenso alt wie das Rathaus. Es soll schon 1180 ein hölzerner Roland auf dem Bremer Marktplatz gestanden haben. Dieser wurde 1404 von dem steinernen Monument abgelöst.

Wissenwertes liest man zu Lübecks Toren, Kirchen, Gassen und Gängen, auch zu Stralsund und Wismar. Über beide Städte habe ich in anderen Rezensionen auf dieser Plattform schon Näheres geschrieben. Hier im Buch werden die dortigen Sehenswürdigkeiten bestens hervorgehoben und auch brauchbares Adressenmaterial geliefert.

Voller Neugierde las ich den Beitrag zur Rettung unserer alten Buchenwälder. Dabei liegen vier von fünf Standorten in den neuen Bundesländern, nicht zuletzt der Müritz-Nationalpark. Für Naturliebhaber spannend zu lesen finde ich auch den Bericht von der Parklandschaft rings um Dessau von dem deutsch-polnischen Park um Muskau. Hier erfährt man dann Näheres vom großen Parkgestalter Fürst Pückler (1785-1871), der 1815 mit seinem beeindruckenden Gartenwerk begann.

Über Weimar liest man auch viel Wissenswertes. Das doppelseitige Foto möchte ich loben, dass Ernst Wrba von Goethes Gartenhaus irgendwann im Herbst realisiert hat. Das Laub ist bunt und ein leichter Morgennebel umhüllt das Haus. An solchen Tagen hat Goethe sicher gerne Gedichte verfasst.

Ich kann hier im Buch nicht zu allen vorgestellten Orten etwas schreiben, denn würde den zeilenbegrenzten Rahmen dieser Rezension sprengen. Hervorheben möchte ich allerdings Quedlinburg, die alte Kaiserstadt, die bereits 1994 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden ist. Nirgendwo sonst gibt es so viele Fachwerkhäuser als in jener Stadt, die im 1o. Jahrhundert als die Metropole des Reiches galt.

Beeindruckend auch ist Goslar. Dort gehören das Bergwerk und die Altstadt zum Welterbe. Goslars Glück, Niedergang und Gewinn werden anschaulich beschrieben. Auch liest man Wissenwertes über das Museum Rammelsberg.

Ein weiteres Thema ist der Aachener Kaiserdom, der schon 1978 in die Liste aufgenommen wurde. Dieser Dom ist ein Sinnbild für mittelalterliche Frömmigkeit mit der aus antiker Tradition hergeleiteten Herrschervision der größten Karolinger. In der Apsis ruhen von Kaiser Karl dem Großen im Karlsschrein. Es handelt sich dabei um ein Meisterwerk maasländischer Goldschmiedekunst.

Wunderschön scheinen die Schlösser und Gärten von Brühl zu sein. Architektur, holländische Wandfliesen, Stuck- und Marmorarbeiten sind hier im Rokokostil gehalten. Weltberühmt ist das Treppenhaus von Balthasar Neumann dort, der auch in einem weiteren Weltkulturerbe- der Würzburger Residenz- Wundervolles hinterlassen hat.

Sehr gut anschaulich und beschrieben sind das Welterbe Oberes Mittelrheintal, das ich schon oft besucht habe, auch die alte Römerstadt Trier und das Reichskloster Lorsch an der Bergstraße.


Auch Regensburg gehört zu Deutschland Weltkulturerbe. Regensburg war einst die Hauptstadt Bayerns und zwar schon um 6. Jahrhundert. Im Mittelalter wuchs "Ratisbona" durch ihren Fernhandel zu einem der reichsten Handelszentren heran.


Ein sehr informatives Buch, mit reichlich brauchbarem Adressenmaterial.


Empfehlenswert.

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