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Rezension:Vulkane: Expeditionen zu den gefährlichsten Kratern der Welt (Gebundene Ausgabe)

"Es sind magische Orte. Globale Hexenküchen, wo Magmen zu immer neuen Gerichten aufgekocht werden, die Erde zu Zerreißproben gedrängt wird und Geologie mit betörender Schönheit erlebt wird." (Carsten Peter)

Dieser beeindruckende Bildband des Filmemachers, Fotografen und Expeditionsleiters Carsten Peter ist bei National Geographic erschienen. Sein Werk ist ein "persönlicher Ausdruck einer glühenden Obsession", die ihn zu Extremen treibt. Ziel des Fotografen ist es, mit allen Mitteln, unterstützt von einem hoch spezialisierten Team, Feuerbergen ihre Geheimnisse zu entlocken, dabei näher zu ihnen vorzudringen oder sogar in ihren Schlund hinabzusteigen.

Zur Sprache gebracht und gezeigt werden nachstehende Vulkane: Ätna (Italien); Mount Erebus (Antarktis); Klajutschewskaja, Sopka, Mutnowskij, (Kamtschatka); Soufrière Hills (Kleine Antillen); Piton de La Fournaise (La Réunion); Vhaitèn, Villarrica, Tungurahua (Vhile/Ecaudor); Kilauea (Hawaii); Marum, Bembow (Vanuatu); Erta Ale; Dallol (Äthiopien); Ol Doinyo Lengai (Tansania); Anak Krakatau, Kawah Ijen, Semeru (Indonesien); Yellowstone (USA); Grimsvötn (Island); Nyragongo (Dr. Kongo).

Bevor ich mit der Lektüre des Buches begonnen habe, studierte ich zunächst das Glossar, weil mir die meisten Fachbegriffe zum Thema Vulkan bislang nicht geläufig waren. Anschließend verschaffte ich mir auf den ersten beiden Seiten einen Überblick auf der dortig abgedruckten Karte, wo diese Vulkane konkret verortet sind.

Nach den ersten eindrucksvollen Bildern hat man Gelegenheit den Ätna auf Sizilien näher kennen zu lernen. Er erhob sich vor 600 000 Jahren aus dem Meer und baute sich zunächst als Schildvulkan auf, um dann vor 100 000 Jahren als klassischer Stratovulkan weiter zu wachsen. Die gezeigten Fotos werden alle näher erläutert und Carsten Peter berichtet von seinen Erfahrungen mit seinem "Hausvulkan". Der Autor kann, wie er schreibt, von dem unterirdischen Netz nicht lassen. 1985 beobachtete er den Ausbruch aus nächster Nähe. Die Aufnahmen, die Peter vom Ätna präsentiert, faszinieren mich. Man spürt die Hitze noch auf den Fotos.

Faszinierend auch ist der Mount Erebus, der Exot unter den Vulkanen. Er überragt die Eiswüste der Antarktis und in ihm brodelt seit Menschengedenken ein 1000 Grad heißer Lavasee. Die Dämpfe dieses Vulkans schmelzen ein Netzwerk von Eishöhlen in den Gletscher, dabei vereisen seine Fumarolen zu spektakulären, dampfenden Kaminen. Auch in diesem Fall und bei allen weiteren Vulkanen hat man Gelegenheit neben einer imposanten Fotoschau spannende Erlebnisberichte des mutigen Fotografen zu lesen und möchte am liebsten selbst seine Nase in einen Vulkan stecken. Doch bei dem Gedanken bereits zittern schon die Knie.

Fassungslos bin ich beim Anblick der Bilder des Kilauea auf Hawaii. Dort rinnt seit 30 Jahren unablässig Lava im längsten Ausbruch, den wir kennen. Beeindruckend ist der Zweikampf der Glut mit dem Meer, den man auf einem Foto gut nachvollziehen kann.

Ein Buch mit vielen schönen, aber doch sehr beunruhigenden Bildern. Mein Respekt gilt dem Mut des Fotografen sich diesen Höllenschlünden zu nähern, über deren Ausmaß an Hitze ich gar nicht nachdenken möchte.

 Empfehlenswert.

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