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Rezension: Zu Gast in der Bretagne- Verena Mayer, Andrea di Lorenzo –Callwey


Die freie Journalistin Verena Mayer ist die Autorin dieses wunderschönen Reisebuchs für kulinarisch interessierte LeserInnen. Die imposanten Bilder hat der Fotograf Andrea di Lorenzo realisiert.

Im Vorwort schreibt Verena Mayer, dass die bretonische Küste 2700km umfasst, eine Strecke so lang wie von Berlin nach Lissabon. Auf einer doppelseitigen Karte hat man Gelegenheit sich mit der Lage und dem Ausmaß der Bretagne vertraut zu machen und sich zu vergegenwärtigen, wo die vier Departements dieser Region Frankreichs, die im Buch zur Sprache kommen, verortet sind. Es handelt sich um:

Ille-et-Vilaine 
Côtes D`Armor 
Finestére 
Morbihan 

Die traumhaften Ansichten der Departements korrespondieren mit informationsreichen Texten.

Anschließend werden pro Departement stets einige Bistros, Crêperien oder Restaurants nebst Betreibern vorgestellt, die den Lesern anhand von exzellenten Rezepten eine Idee davon vermitteln, wie vorzüglich bretonische Speisen munden können. Darüber hinaus werden jeweils in Wort und Bild, Geheimtipps und Wissenswertes zu den fokussierten Departements neugierig machend vermittelt.

In die Landschaftsaufnahmen verliebt man sich sofort und ahnt sehr rasch, weshalb Menschen, die dort Ferien machen, am liebsten dort bleiben würden und einige tun es ja auch tatsächlich, wie man liest. So etwas Caroline Causse, die Köchin im "Les Jardins de la Matz". 

Die Kunst der Crêpes sei eine kleine Wissenschaft, die in Renne im Department Ille-et-Vilaine gelehrt wird, der Geburtsregion der Crêpes. Hier in der Region befindet sich auch der legendäre Austernmarkt von Cancale. Bei den vorzüglichen Gerichten der Köche dieses Departements wird klar, dass sie auch andere Speisen raffiniert und exzellent zubereiten können. Beispiel: "Bisque von Strandkrabben mit geschmorten Tomaten". 

"Côtes d´Amor" heißt die Gegend zwischen Morlaix und St. Malo an der Küste des Ärmelkanals.  Landschaftlich interessant, hat sie auch kulinarisch viel zu bieten. Das beweisen die tollen Rezepte der vorgestellten Köche. Beispiel: "Herbstliche Jakobsmuscheln aus der Bucht von Saint- Brieuc". In "Geheimtipps und Wissenswertes" für dieses Departement erfährt man u.a. mehr vom Cidre von Johanna Cellion und Wissenswertes über die bretonische Leinenroute. 

Alsdann wird man mit dem Departement "Finistère" vertraut gemacht. Die Römer nannten es "das Ende der Welt" und die Bretonen sprechen vom "Anfang". Alles eine Frage der Perspektive! In der Rubrik "Geheimtipps und Wissenswertes"  gibt es eine Menge zu  "Finistére" erkunden, so etwa Manufakturen, die Algen, eine maritime Superfood, zu Feinkost verarbeiten. Doch ich möchte nicht zu viel verraten. Nennen möchte ich eine Speise, die in Legris Austernbar" zubereitet wird. LeserInnen lernen das Rezept kennen von "Gratinierte Austern mit Honig".  

Nicht zuletzt: "Morbihan" ist der sonnige Süden mit über 40 Inseln. Hier ist die bedeutendste Austernregion der Bretagne zuhause. Man liest von der mittelalterlichen Hauptstadt Vannes und von den 7000 Jahre alten Steinreihen von Carnac etc. etc. In "Geheimtipps und Wissenswertes" erfährt man mehr über bretonischen Wein, auch über "Klosterkäse", kann sich alsdann mit der Beschreibung schöner gastronomischer Betriebe befassen und deren delikaten Rezepten. Beispiel: "Wildfangfisch mit Kartoffelpüree und Wildkräutern". 

Im Bereich Service zum Schluss wird man über bretonische Butter sehr gut informiert. Es werden zudem einige Inseln vorgestellt, auch mystische Orte und die schönsten Wochenmärkte werden sehr spannend beschrieben. Ein Mekka für kulinarisch Interessierte! Vier Seiten sind der Hauptstadt Nantes gewidmet, die zu besuchen sich offenbar lohnt, auch wenn man betört ist von all dem, was es in der Bretagne ansonsten zu sehen und zu speisen gibt.

Ein Genussland, wie dieses zum Lesen, Schauen und Reisen einladende Buch zeigt!

Helga König

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