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Rezension: Zu Gast an der Almalfi-Küste; Christine Gräfin Pahlen, Mayk Wendt, Callwey


In diesem traumhaften Bildband mit sehr einfühlsamen und dabei informativen Texten präsentieren Christine Gräfin Pahlen und Mayk Wendt das Paradies Europas: die Almalfiküste. 

Menschen, die beim Reisen in die hier fokussierte Region sehr gute gastronomische Erfahrungen machen wollen, dabei Geheimtipps und Wissenswertes über die Orte, die sie bereisen möchten, sich zu Eigen machen gedenken, finden in diesem Buch alles, was ihr Herz begehrt. 

Nach einem Vorwort von Christine Gräfin von Pahlen, wird man zunächst durch einen interessanten Textbeitrag mit der Küche der Amalfiküste vertraut gemacht, um sich alsdann mit der Costa Diva näher zu befassen, die als kurvenreichste und schönste Küste der Welt gilt.

Das Buch ist in 9 Kapitel untergliedert. Diese lauten Sorrent; Positano/Praiano; Almalfi; Ravello; Vietri sul Mare; Capri; Ischia; Neapel; Service. 

Den 8 Kapiteln, die sich mit spektakulären Reisezielen an der Küste befassen, geht jeweils ein einstimmender Text, der das Reiseziel beschreibt, hervor. Darüber hinaus hat man Gelegenheit tolle Fotos zu bewundern, die die Schönheit besagten Reisziels optisch sehr einladend vermitteln. 

Vorgestellt werden in jedem dieser Kapitel ausgesuchte Restaurants und deren BetreiberInnen in Wort und Bild, die Rezepte aus ihren Lokalen vorstellen. Des Weiteren gibt es zu Ende eines jeden Kapitels zahlreiche Geheimtipps und Wissenswertes, die für kulturinteressierte Zeitgenossen natürlich wertvoll sind, neben den Informationen zur Esskultur und  Gebrauchsanweisungen wie man hervorragende Speisen herstellt. 

Bevor ich mich in jedem Kapitel mit den Speiselokalen und Rezepten befasst habe, las ich zunächst stets die allgemeinen Infos als auch die Geheimtipps und Wissenswertes zu dem jeweiligen Reiseziel. So gibt es in Sorrent beispielsweise den "Hortus Sorrento", einen paradiesische Garten, der einst zu einem Benediktinerkloster gehörte und heute ein Gourmentrestaurant beherbergt. Ihn zu besuchen, würde mich sehr interessieren!

Die Rezepte in jedem Kapitel des Buchs motivieren zum Ausprobieren, die Beschreibungen der Restaurants und die Fotos lassen Reiselust entstehen. 

Im Kapitel "Almalfi" lese ich, dass dieser Ort nicht nur der Namensgeber, sondern auch das zentrale Herz der Costa Diva sei, lese auch, dass ein Erdbeben 1343 den größten Teil der Stadt zum Versinken gebracht habe, lese weiter bei Sehenswertem von der "Grotta della Smeraldo" und denke, diesen Ort muss man einfach aufsuchen!

Pasta-Gerichte vom Feinsten machen Freude bereits beim Lesen und Neugierde verschaffen Infos z. B für Capri-Reisende. 

Vor einige Jahren habe ich auf  "Buch, Kultur und Lifestyle"  "Carthusia Parfumi"  aus Capri vorgestellt, weil ich die Geschichte um dieses Parfum so interessant fand. Hier im Buch hat man "Carthusia Parfumi" auch nicht vergessen. Sehr schön!

Unmöglich, in der Rezension alles zu erwähnen, was lobenswert ist! Ich staune über die Schönheit Neapels und lese neugierig, was man dort alles bewundern kann. 

Am Ende des Buches gibt es noch ein Kapitel mit dem Titel "Service"  Hier findet man u.a. Hinweise zu "Hotels zum Träumen" aber auch die Top Ten der Pizzerien an der Almalfi-Küste.

Kurzum: Das Buch macht Freude und fördert Reiselust.

Helga König.

Rezension: Zu Gast in der Bretagne- Verena Mayer, Andrea di Lorenzo –Callwey


Die freie Journalistin Verena Mayer ist die Autorin dieses wunderschönen Reisebuchs für kulinarisch interessierte LeserInnen. Die imposanten Bilder hat der Fotograf Andrea di Lorenzo realisiert.

Im Vorwort schreibt Verena Mayer, dass die bretonische Küste 2700km umfasst, eine Strecke so lang wie von Berlin nach Lissabon. Auf einer doppelseitigen Karte hat man Gelegenheit sich mit der Lage und dem Ausmaß der Bretagne vertraut zu machen und sich zu vergegenwärtigen, wo die vier Departements dieser Region Frankreichs, die im Buch zur Sprache kommen, verortet sind. Es handelt sich um:

Ille-et-Vilaine 
Côtes D`Armor 
Finestére 
Morbihan 

Die traumhaften Ansichten der Departements korrespondieren mit informationsreichen Texten.

Anschließend werden pro Departement stets einige Bistros, Crêperien oder Restaurants nebst Betreibern vorgestellt, die den Lesern anhand von exzellenten Rezepten eine Idee davon vermitteln, wie vorzüglich bretonische Speisen munden können. Darüber hinaus werden jeweils in Wort und Bild, Geheimtipps und Wissenswertes zu den fokussierten Departements neugierig machend vermittelt.

In die Landschaftsaufnahmen verliebt man sich sofort und ahnt sehr rasch, weshalb Menschen, die dort Ferien machen, am liebsten dort bleiben würden und einige tun es ja auch tatsächlich, wie man liest. So etwas Caroline Causse, die Köchin im "Les Jardins de la Matz". 

Die Kunst der Crêpes sei eine kleine Wissenschaft, die in Renne im Department Ille-et-Vilaine gelehrt wird, der Geburtsregion der Crêpes. Hier in der Region befindet sich auch der legendäre Austernmarkt von Cancale. Bei den vorzüglichen Gerichten der Köche dieses Departements wird klar, dass sie auch andere Speisen raffiniert und exzellent zubereiten können. Beispiel: "Bisque von Strandkrabben mit geschmorten Tomaten". 

"Côtes d´Amor" heißt die Gegend zwischen Morlaix und St. Malo an der Küste des Ärmelkanals.  Landschaftlich interessant, hat sie auch kulinarisch viel zu bieten. Das beweisen die tollen Rezepte der vorgestellten Köche. Beispiel: "Herbstliche Jakobsmuscheln aus der Bucht von Saint- Brieuc". In "Geheimtipps und Wissenswertes" für dieses Departement erfährt man u.a. mehr vom Cidre von Johanna Cellion und Wissenswertes über die bretonische Leinenroute. 

Alsdann wird man mit dem Departement "Finistère" vertraut gemacht. Die Römer nannten es "das Ende der Welt" und die Bretonen sprechen vom "Anfang". Alles eine Frage der Perspektive! In der Rubrik "Geheimtipps und Wissenswertes"  gibt es eine Menge zu  "Finistére" erkunden, so etwa Manufakturen, die Algen, eine maritime Superfood, zu Feinkost verarbeiten. Doch ich möchte nicht zu viel verraten. Nennen möchte ich eine Speise, die in Legris Austernbar" zubereitet wird. LeserInnen lernen das Rezept kennen von "Gratinierte Austern mit Honig".  

Nicht zuletzt: "Morbihan" ist der sonnige Süden mit über 40 Inseln. Hier ist die bedeutendste Austernregion der Bretagne zuhause. Man liest von der mittelalterlichen Hauptstadt Vannes und von den 7000 Jahre alten Steinreihen von Carnac etc. etc. In "Geheimtipps und Wissenswertes" erfährt man mehr über bretonischen Wein, auch über "Klosterkäse", kann sich alsdann mit der Beschreibung schöner gastronomischer Betriebe befassen und deren delikaten Rezepten. Beispiel: "Wildfangfisch mit Kartoffelpüree und Wildkräutern". 

Im Bereich Service zum Schluss wird man über bretonische Butter sehr gut informiert. Es werden zudem einige Inseln vorgestellt, auch mystische Orte und die schönsten Wochenmärkte werden sehr spannend beschrieben. Ein Mekka für kulinarisch Interessierte! Vier Seiten sind der Hauptstadt Nantes gewidmet, die zu besuchen sich offenbar lohnt, auch wenn man betört ist von all dem, was es in der Bretagne ansonsten zu sehen und zu speisen gibt.

Ein Genussland, wie dieses zum Lesen, Schauen und Reisen einladende Buch zeigt!

Helga König

Rezension: Mexico mi Amor –Eine kulinarische Reise-Luis Fernando Gonzalez Cortes- Callwey



Dieses kulinarische Reisebuch mit vielen landestypischen Rezepten aus Mexiko hat der Gastronom Luis Fernando Gonzalez Cortes verfasst. Er betreibt in München das Lokal "Taqueria con Salsa" und ist in den sozialen Netzwerken präsent. 

Mit der vorliegenden, reich bebilderten Liebeserklärung an Mexiko, speziell an Mexiko-Stadt, Guadalajara und Oaxaca-Stadt, lernt man eine ganze Menge über lateinamerikanische Lebensart kennen. Die Bilderwelt ist einfach hinreißend und vor allem fröhlich bunt! 

Nach dem ersten Durchblättern, habe ich zunächst die Einleitung und biographisch Wissenswertes über den Autor gelesen, um mich alsdann zunächst mit dem letzten Kapitel des Buchs zu befassen, weil man dort einen guten Eindruck erhält von dem, was einem als Reisender in Mexiko erwartet. Hier liest man u.a. über den urbanen Lebensstil. Dabei sei Improvisation ein Teil dieses Systems. Der Charme liege darin, sich anzupassen. Der Mexikaner lebe mit der Unsicherheit- und mache das Beste daraus. Zentral sei der Respekt untereinander. Dies zu wissen, schadet einem Reisenden gewiss nicht. 

Mexiko- Stadt wird in Wort und Bild vorgestellt, die Kultur dort kommt gut zur Sprache, auch die Märkte. Die Viertel werden knapp skizziert und daraufhin auch die Städte Guadalajara und Oaxaca –Stadt als auch die Ruinenstadt Monte Albán über dem Tal des soeben genannten Ortes. 

Jetzt wieder zum Beginn... Lobend erwähnen möchte ich, dass der Autor mit dem Glossar nach dem Vorwort und dem Autobiographischen begonnen hat. Der Vorteil: Man kann sich mit den mexikanischen Küchenvokabeln erst mal befassen und zwar zu Grundrezepten und Zutaten, Zubereitungsarten und Techniken, Gerichte und Klassiker, Werkzeuge und Küchenhelfer, Getränke und Begleiter. Wissen Sie beispielsweise, was "Epazote" ist? Ich wusste es nicht. Solche Vokabeln lernen Sie im Glossar und finden sich dann im Buch, bepackt mit einem erweiterten Wortschatz, gut zurecht.

In der Folge erfährt man alles Wissenswerte über Chilis, Salsa, Recado, Tortillas, Must-Have-Utensilien und Must-Have-Zutaten, alles ausführlich und gut einprägsam erläutert. Alsdann werden Märkte in Wort und Bild vorgestellt und anschließend lernt man Rezepte kennen. Für Tortillas, Salsa, Basics als auch Platillos Clasicos und wundert sich nicht, dass fast alles scharf daherkommt. Mexico ist bekanntermaßen das Land des Chilis. Die Rezepte beweisen dies. 

Des Weiteren lernt man Streetfood-Rezepte kennen, ebenfalls hot und schließlich Speisen mit Meerestieren, natürlich auch nicht gerade mild. Ich mag diese Würzung, nicht nur weil sie gesund ist. Sie steckt voller Leben, ist Lebensbejahung pur!

Frühstücksgerichte werden auch vorgestellt, unter ihnen die berühmten "Huevos Rancheros" und schließlich Desserts. Alle Rezepte sind gut erklärt, sodass man sich am heimischen Herd mit mexikanischer Küche vertraut machen kann, sei es vor oder nach einer Reise in das Land der Azteken.

Auf den Food-Fotos hat man Gelegenheit immer wieder getöpferte Teller mit landestypischen Mustern zu bewundern und erkennt, dass Mexikos Ur-Bevölkerung fröhliche Farbtöne liebt und diese Töne sich nicht nehmen ließ, während der brutalen Eroberung seitens der Spanier vor langer Zeit.

Ein Buch, das Lust aufs Reisen macht aber auch aufs Experimentieren am heimischen Herd.

Helga König