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Rezension: Depart- Aufbruch in die Freiheit-Dumont

"Ich reise, um meinen Horizont zu erweitern. Jede neue Erfahrung hilft mir zu unterscheiden, was wirklich wichtig ist." (Jussi Ulkuniemie)

Im Vorwort dieses Bildbandes schreibt Joost Bastmeijer, Medienschaffender und Instagram-Fotograf auf Reisen, dass Fotografen der neuen Generation Gleichgesinnte im Internet finden, die dort Online-Plattformen als Leinwand nutzen. Die Fotografen folgen sich gegenseitig im Netz. Daraus resultieren dann Treffen, sogenannte Photo Walks. Die namhaften Instagrammfotografen reisen immerfort durch ferne Städte, Länder, über Inseln und Kontinente auf der Suche nach dem perfekten Foto. Dabei schließen sie über kulturelle Unterschiede Freundschaften und teilen ihre Fotos mit ihren Followern.

Die drei führenden Fotografen der neuen Generation sind Bastiaan, Bob und Willem Sizoo. Im vorliegenden Bildband hat man Gelegenheit an den Reisen dieser und anderer namhafter Instergrammfotografen Anteil zunehmen. Neben den eindrucksvollen Fotos erwarten den Leser und Betrachter sehr gute Texte, die neugierig auf die Reiseziele machen. 

Es sind fantastische Fotos, so etwa realisiert in Bangkok/Thailand. Eindrucksvoll hier der Blick auf Menschen, sei es auf einen Mönch am Bahnhof in Bangkok oder einen anderen auf dem Weg durch die Altstadt. Wundervoll auch sind die Fotos, die Einblicke in die Natur auf Madeira geben oder jene, die in Island entstanden sind. 

Allen Aufnahmen gemeinsam ist, dass die Fotografen, die Geheimnisse eines Ortes in ihren Aufnahmen eingefangen haben und sie sensiblen Betrachtern zugänglich machen. 

 Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: 52 kleine & große Eskapaden in der Pfalz- Thomas Diel- Dumont

Thomas Diehl, der Autor dieses Buches, ein gebürtiger Pfälzer, ist der Wald- und Weinpfalz sehr verbunden. Dabei hat er als Wanderjournalist einer Tageszeitung und Betreiber einer Wander- und Radwanderwebsite (www.wanderpotal-pfalz.de) bereits zahlreiche Freunde der Pfalz zu klassischen aber auch ungewöhnlichen Unternehmungen in der freien Natur motiviert.

Das vorliegende reich bebilderte Buch von ihm mit dem Titel "52 kleine und große Eskapaden in der Pfalz" ist in drei große Abschnitte untergliedert:

Abstecher-Nur ein paar Stündchen
Ausflüge-Raus für einen Tag Miniatururlaub
Miniurlaub: Ferien für ein Wochenende

Dabei geht es im ersten Kapitel um spannende und erholsame Naturerlebnisse im Gehen, Stehen, Sitzen und Liegen-herumstreunen, kraxeln, picknicken, baden, schauen und staunen.

Die einzelnen Abstecher sind sehr gut beschrieben und von Fotos begleitet, die einen Eindruck von den jeweiligen Orten vermitteln. Genannt wird stets Verbindungen zu den Orten mit der Bahn, dem Bus oder auch dem Auto und wie man von dort wieder wegkommt. Die Dauer und Strecke werden auch angegeben, zudem die beste Zeit sowie die Ausrüstung. Außerdem gibt es Kartenauszüge.

Gefallen hat mir sogleich, dass dem Autor  auch Freinsheim ein Abstecher wert ist. Ich teile mit ihm die Meinung, dass in dieser Weinbaugemeinde die sie schönste Altstadt der Pfalz gelegen ist. Er hat seine Stündchen dort bestens beschrieben.

Imposant auch ist die Burgruine Drachenfels, eine leicht zu erreichende Felsenburg mit allem, was die Pfälzer Burgen ausmachen. Sehr schön sind hier die in Fels gehauenen Treppen, die einen Panoramablick über das Dahner Felsenland bieten.

Gelungen zudem ist die Beschreibung des Picknicks in den Reben und in diesem Zusammenhang der Ort Ilbesheim sowie der 271 m hohe Hügel mit dem Namen der Kleine Kalmit. Diese und andere Abstecher machen Lust auf die Pfalz. Besagte Lust steigert sich noch im 2. Kapitel mit dem Titel "Ausflüge". Hier geht es um Genusswanderungen, Radtouren und sportliche Herausforderungen für einen Tag.

Spannend finde ich den Vulkan namens Pechsteinkopf, unweit von Forst und Wachenheim, natürlich auch des Weines wegen, der von dort einfach köstlich schmeckt. Mit dem Mountainbike durch den Pfälzer Wald, das scheint auch verlockend zu sein, wie Text und Bilder dokumentieren. Verlockend ist des Weiteren die Gegend um den Trifels.

Im 3. Kapitel geht es um Miniurlaube, so etwa mit dem Rad von Weindorf zu Weindorf oder aber man kann eine Zweitageswanderung auf dem Pfälzer Keschdeweg realisieren. Dies alles und vieles mehr macht das Buch unumgänglich, wenn man die Pfalz erkunden möchte.

Sehr empfehlenswert.

 Helga König

Rezension: Gestrandete Riesen- Geschichten vom schönen Schein und von wirklicher Größe alter Grandhotels- Gerd Wagner- Edition Zeitblende

In diesem Buch werden sieben alte, spektakuläre #Grand_Hotels näher beleuchtet. Dabei wird erzählt, was es mit den einzelnen Luxushotels einst auf sich hatte und teilweise heute noch hat. 

#Gerd_Wagner bringt die Häuser seinen Lesern durch Geschichten, Betrachtungen, Reisebücher und Gespräche näher. Dazu gibt es noch 12 Zeichnungen von der Grafikerin #Claudia_Berg, ein Reisetagebuch von #Helmut_Brade und sechzehn Fotos von #Maximilian_van_Poele.

Bei den Grand Hotels handelt es sich um: 

- The Grand Hotel Scarborough- England 
- Banff Springs Hotel Banff-Kanada 
- Les Roches Noires Trouville- Frankreich 
- Thermae Palace Oostende- Belgien 
- Principe Di Piemonte Viareggio- Italien
-  Reid´s Palace Funchal- Madeira 
- Hotel Waldhaus Sils Maria- Schweiz 

Zu Anfang jeder Hotelpräsentation wird stets die Lage kurz beschrieben, es wird die Anzahl der Zimmer und berühmte Gäste in der Reihenfolge ihres Eintreffens und die Historie genannt. 

Alte Fotos aus den Glanzzeiten der Paläste bilden den visuellen Rahmen für die  kurzweiligen Texte, die dem Leser, der Blicke in die Vergangenheit zu schätzen weiß, diese Grand-Hotels mit jeweils bemerkenswerter Geschichte auf reizvolle Art näher bringen. Dieser Reiz entsteht aus dem Spannungsfeld zwischen der realen Historie und den Geschichten, die dort hätten geschehen können. 

Die vier im Buch enthaltenen Erzählungen handeln von der großen Zeit des mondänen Reisens. Diese Geschichten seien wahr aber vollkommen frei erfunden. Vor allem aber sind sie packend geschrieben.

Das im Buch zudem enthaltene Reisetagebuch von #Helmut_Brade ist übrigens mit wunderschönen Federzeichnungen von Claudia Berg illustriert. Auch das Reisetagebuch hat seinen Reiz. "Geisterstunde am helllichten Nachmittag..."

Am interessantesten von allen Hotels finde ich das Hotel #Waldhaus_Sils_Maria im Engadin in der Schweiz mit seinen 140 Zimmern. Dieses Luxushotel wird inzwischen in der fünften Generation als Familienbetrieb geführt. Eine solche Tradition beeindruckt natürlich, wenn man weiß, dass zumeist nach der 3. Generation der Ofen aus ist. 

Eine ganze Reihe berühmter Gäste war dort schon zu Besuch. Unter ihnen Theodor W. Adorno, Marc Chagall, Erich Kästner, Thomas Mann, Max Reinhardt und Luchino Visconti . 

Man lernt den Chef Pâtissier, einen Kochlehrling, den Maitre d hôtel, die Zimmerevisorin, die Floristin, den Hausschreiner, die Dame für das Kassabüro und den Verantwortlichen für Kommunikation und Strategie  und deren Arbeitsfeld durch  informative Texte etwas näher kennen, kann sich die Preisliste im Internet anschauen, muss sich dabei aber nicht wundern.  Orte wie das Hotel Waldhaus Sils Maria sind Juwelen und diese gibt es bekanntermaßen nicht umsonst. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Gestrandete Riesen: Geschichten vom schönen Schein und von wirklicher Grösse alter Grandhotels

Rezension: #Föhr- Neu entdecken-Insel, Orte, Originale- #Othmar_Kyas- #Delius_Klasing

Dieses sehr schön bebilderte, textreiche Reisebuch befasst sich mit der Nordsee-Insel #Föhr. Neben der einmaligen Schönheit der Natur, sollen es die Insulaner sein, die den besonderen Reiz von Föhr ausmachen.

Das Gebiet der Insel, deren Lage genau beschrieben wird, war vor 10.000 Jahren bereits besiedelt. Die Sturmfluten von 1219 und 1362 führten zu bleibenden Veränderungen der ursprünglichen Küstenlinie. Damals wurden Marschgebiete überflutet und Boden abgetragen. #Priele vertieften sich zu #Wattströmen. Diese Entwicklung wurde in den folgenden Jahrhunderten vertieft. So entstand das heutige #Wattenmeer mit den #Inseln und #Halligen. 

#Föhr erreicht man übrigens mit Fähren vom Fährhafen #Dagebüll aus. Allerdings gibt es auf der Insel auch noch einen kleinen Sportflughafen.  Ist man angekommen, lernt man, wie im  ersten Kapitel beschrieben, das Watt und die Strände kennen. 

Über #Marsch und #Geest wird man aufgeklärt und weiß nach der Lektüre wie eine #Salzwiese entsteht. Solche Wiesen haben sich an der Föhrer Küste, vorwiegend im Norden der Insel gebildet.

Man lernt Besonderheiten Föhrs in den unterschiedlichen Monaten des Jahres kennen und wird ausgiebig über das Seebad #Wyk informiert, natürlich auch über das kulturelle Zentrum von Wyk - der Kurgartensaal und das Friesenmuseum mit seinen weltläufigen Außenanlagen-. 

Freundliche Insulaner (m/w) werden vorgestellt, so etwa die Tierschützerin Janine Bahr, auch den Bäcker Stefan Füchsel, Patricia Dulz, die Besitzerin eines Krabbenkutters und auch den Friesendoktor Hark Weber.

Die Inseldörfer sind sehr gut  beschrieben. Dabei lässt sich die Geschichte von #Midlum über 1000 Jahre zurückverfolgen. Ein für das Buch abgelichtetes #Friesenhaus in #Goting stammt aus dem Jahre 1779 und die Wrixumer Mühle aus dem Jahre 1851. Idylle allerorten, wie die Fotos zeigen. Wer möchte nicht auf diese Insel?

Auch sehr gute gastronomische Adressen vor Ort lernt man kennen und sogar ein #Weingut, das mich sofort neugierig gemacht hat. 

Über Museen, das Schleswig- Holstein Musikfestival, auch über Jazz auf Föhr bleibt man nicht uninformiert und erfährt zudem welche Sportmöglichkeiten auf der Insel geboten werden. 

Ein tolles Buch, das Lust auf die Insel macht. Langweilen kann man sich dort  jedenfalls nicht.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

Im Fachhandel erhältlich 

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Föhr neu entdecken: Insel, Orte, Originale

Rezension: #Paris- #Serge_Ramelli- #teNeues

Die Bilder für diesen traumhaft schönen Fotoband hat der französische Fotograf #Serge_Ramelli realisiert. Er ist Spezialist für Landschafts- und Städteaufnahmen. Mit seinen Kunstfotografien ist er in weltweit zur Zeit 78 Niederlassungen des französischen Galeristen #YelloKorner vertreten. Des Weiteren bietet er bei #Youtube einen Onlinekurs Fotografie für mehr als 540 00 Abonnenten an. 

Die Texte im Buch hat Darius Stevens Wilhere verfasst. Er ist ein in LA ansässiger Autor/Regisseur und Post-Production-Ninja, der unter anderem schon für die Unternehmen #Netflix, #Sony, #MTV und #ESPN gearbeitet hat. Seine Texte sind in englischer, deutscher und französischer Sprache nachlesbar. 

In seinem Eingangstext schreibt er, dass #Paris ihn überwältigt habe. Hier sei ihm klar geworden, dass das visuelle Bild eine überragende Rolle spielen könne, wenn es darum gehe, einen Ort unsterblich zu machen. Er verspricht, dass man beim Durchblättern der Ansichten von Paris die lebenslange Liebe des Fotografen zu seiner Heimatstadt erspüren könne. Das kann ich bestätigen. 

Für Darius Stevens Wilhere sind Serge Ramellis Bilder Zugänge zu fantastischen Möglichkeiten, denn ein Träumer könne beim Anblick der Motive sich mittels selbst erfundenen Geschichten hineinversetzen. Vielen der wunderschönen Aufnahmen wurden Erläuterungen beigegeben. 

Besonders begeistert bin ich von den Bildern, die den Louvre zeigen. Das bedeutendste Museum Frankreichs erhielt durch die Glaspyramide einen Eingang, der bewusst im Kontrast zu den historischen Gebäuden steht. Der Architekt der Pyramide ist übrigens der Amerikaner Ieoh Ming Pei. Sehr beeindruckend ist das doppelseitige Foto, das zwei Skulpturen zeigt, die auf die Pyramide herabzublicken scheinen. Dieses Foto macht klar, wer den Platz dominiert. Es ist die Vergangenheit des Schlosses und seiner darin enthaltenen Kunstschätze bei aller Ästhetik der Pyramide. 

Ein Blick auf die majestätischen Türme der Kathedrale #Notre_Dame erinnert daran, wie die gotische Kathedrale noch im Herbst ausgesehen hat. Es folgen Bilder der Stadt bei untergehender Sonne, die das Herbstlaub rötlich erscheinen lassen. Nächtliche Aufnahmen lassen lange innehalten und die Sehnsucht nach einem erneuten Paris-Besuch ins Unermessliche steigen. Traumhaft der abendliche Blick in die Rue des Barres. Das ist ein kleiner mittelalterlicher Fußweg im 4. Arrondissement. 

Die Ile de la Cité ist der älteste Teil der Stadt. Neun Brücken verbinden ihn mit den beiden Seineufern, die man immer wieder bewundern kann. Sehr gelungene Motive vom Eifelturm und vom Montmartre –Hügel, den Bistros und Cafés dort und auch der Kirche, die stilistisch an die Hagia Sophie und den Markusdom von Venedig erinnern, sind so schön, dass man lange innehält und sich an längst vergangene Zeiten erinnert. 

Erinnert im Text wird an Bars, Cafés und Brasserien, wo Berühmtheiten wie Hemingway und Jean Paul Sartre verkehrten,aber auch an das Kaffeehaus Procope. Dort gingen Rousseau und Voltaire schon ein und aus.

Zahlreiche Bilder von Notre- Dame de Paris und Erläuterungen hierzu, lassen wünschen, dass das historische Gebäude bald in alter Pracht wieder aufgebaut ist. 

Sehr schön auch ist die Innenansicht des Kaufhauses Galeries Lafayette mit der farbigen Glaskuppel über der 33 Meter hohen Galerie. Ich erinnere mich noch sehr gerne an einen Besuch dort. Es gab so viel zu sehen.

Alle Aufnahmen  in diesem  Bildband sind ein Hochgenuss für die Augen und verführen zum Träumen. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Im Fachbuchhandel erhältlich

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Paris. Serge Ramelli. Buch mit vielen einzigartigen Fotos von Seine Stadt Paris (Deutsch, Englisch, Französisch) - 27,5x34 cm, 176 Seiten

Rezension: 52 kleine & große Eskapaden am Niederrhein- Jutta M. Ingala- Dumont

Die Autorin #Jutta M. Ingala nimmt sich immer mal wieder Auszeiten, die sie vom heimischen Münsterland nicht selten an den Niederrhein führen. Auf ihrer Homepage www.6gradost.com erzählt sie von ihren kleinen und großen Entdeckungen und vor allem von ihren Begegnungen. Dies geschieht im Rahmen kurzweilig zu lesender Geschichten. 

Ihr hier vorliegendes, reich bebildertes Reisebuch mit dem Titel "52 kleine und große Eskapaden am Niederrhein" ist in drei Abschnitte untergliedert: 

Abstecher-Nur ein paar Stündchen 
Ausflüge-Raus für einen Tag 
Miniatururlaub- Ferien für ein Wochenende 

22 Abstecher, sprich Kurztrips für jeweils circa 4 Stündchen, führen beispielsweise zu Orten wie dem #Landschaftspark_Heilmannshof, der an den Niepkuhlen gelegen ist. Dabei handelt es sich um kleine sumpfige Tümpel, die wie Perlen an einer Schnur aufgereiht sind und zwar von Krefeld bis Vluyn und sogar noch weiter. Für Spaziergänger muss dieser Park eine Oase sein. 

Beeindruckend auch ist die Heide bei Drevenack. Die sandige Heidelandschaft ist von knorrigen Hudebäumen umgeben, An deren Stämmen wachsen seltsam geformte Pilze. Der Duft der Heide soll sich mit dem Aroma von würzigem Wacholder mischen. Klingt vielversprechend, diese bizarre Landschaft, die man in wenigen Stunden erwandern kann. 

Im 2. Abschnitt dann gibt es 18 Ausflüge. Hier werden jeweils 12 Stunden pro Ausflugsziel anberaumt. Eines der Ziele sind die Rheinauen bei Friemersheim. Das ist ein Ortsteil von Rheinhausen, das zu Duisburg gehört. Dann gibt es einen Ausflug, der mir viel Freude bereiten könnte und zwar mit dem Heißluftballon über die niederrheinische Landschaft zu fliegen. Die Bilder, die aus dem Ballon heraus realisiert wurden, sind vielversprechend. Man kann aus der Vogelperspektive Flussläufe, Landmarken und Wälder bewundern. Wunderschön. 

Spannend auch scheint ein Ausflug per Rad oder zu Fuß entlang der #Issumer_Fleuth und ins Sumpfdickicht zwischen Geldern und Issum zu sein und ein Highlight stellen die historischen Gärten von Kleve dar. Die Symmetrie der Anlage soll eine ungemein meditative Wirkung haben.

Im 3. Abschnitt dann werden 12 Miniurlaube vorgeschlagen, so etwa 117 Kilometer entlang der Niers von Mönchengladbach bis zur Mündung in die Maas. An diesem Fluss sollen eine ganze Reihe von Herrenhäusern und Mühlen liegen. Ach ja, sehr malerisch soll die Landschaft dort sein. Die Fotos bestätigen dies und machen neugierig.

Neben den informativen Texten und schönen Fotos gibt es jeweils einen Kartenausschnitt und Infos wie man an den jeweiligen Ausgangspunkt gelangt, zudem erfährt man etwas zur besten Reisezeit, auch zur Ausrüstung sowie Diverses anderes mehr.

Was noch?  Tourenverlauf: GPX Daten können  jeweils kostenfrei downgeloaded werden.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Hotel Europa- Refugien in der Stadt, auf dem Land und am Wasser- Prestel

Herausgeber dieses tollen, bei Prestel erschienenen Reisebuchs mit dem Titel "#Hotel_Europa" ist das Süddeutsche Zeitung Magazin. Dort erschien erstmals im Januar 2010 eine Kolumne, die sich mit idealen Hotels in Europa befasst. Gemeint sind damit nicht Fünf-Sterne-Luxushotels mit Zimmerservice rund um die Uhr, sondern individuelle, eher kleine Häuser mit Zimmern, in denen man gern ein paar spannende, erholsame Tage verbringen kann. 

Im Vorwort liest man: Ein "Hotel Europa" müsse kein völlig makelloses Haus sein. Wichtig seien, jeweils eine verblüffende Besonderheit, die man nur an diesem Ort fände und vor allem der Charme, der von dem entsprechenden Hotel ausgehe. 

Untergliedert sind die ausgewählten, kurzweilig zu lesenden Kolumnen in: Stadt, Land und Wasser.

Man lernt tatsächlich viele unglaublich interessante Hotels kennen, so etwa das #Hotel_Henriette in Paris, wo man im Sommer in einem von Efeu umschlungenen Mini-Innenhof frühstückt und sich einer hübschen Inneneinrichtung seines Zimmers erfreuen kann. 

Neugierig auch macht das "FahrradStop Gut Lorf" in Aken, Sachsen Anhalt mit einer interessanten Geschichte wie der Besitzer zu dem pittoresken Anwesen kam, aber auch die Villa Roncalli in Umbrien, wo man offenbar in idyllischer Umgebung sehr gut essen und trinken kann. 

Unmöglich hier eine Auswahl der vielen Hotels zu nennen, die im Buch im Rahmen der schönen Kolumnen fokussiert werden. 

Eines möchte ich aber doch noch erwähnen: Das Hotel "#Monte_Baldo" am Gardasee. Der Autor schreibt dazu: "Ein Hotel, in dem ich sofort nach dem Aufwachen lachen musste, weil es so schön war: die Sonne, die durch die hohen rundbögigen Fenster ins Zimmer fällt, der leichte warme Wind, das Geräusch der kleinen Gardasee-Wellen, wie sie am Ufer auflaufen, die pinkfarbenen Blüten, die den guseisernen Balkon umranken, unten das leise Klappern vom Eindeckender Frühstückstische am Ufer, das Gequake von Enten, die auf Croissantkrumen warten. Das alles sieht und hört man, wenn man morgens die Augen aufmacht und abends die Flügeltüren zum See offen gelassen hat- auch das würde ich ihnen unbedingt empfehlen."

Wer Freude am Besonderen hat, findet hier viel, um es vor Ort dann für sich zu entdecken. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Hotel Europa: Refugien in der Stadt, auf dem Land und am Wasser

Rezension: Lissabon- Begegnungen in der Stadt des Lichts- Holger Ehling-Corso

Der Verfasser dieses Reisebuches - Holger Ehling- ist Journalist und Sachbuchautor, der in Frankfurt aber auch in Lissabon lebt. Seine Faszination der portugiesischen Hauptstadt gegenüber bringt er vielschichtig in diesem reich bebilderten Buch zum Ausdruck, das er in fünf Abschnitte untergliedert hat:

-Lissabon fürs Auge
-Lissabonner Büchermenschen
-Lissabon für Leib und Magen
-Schatten in der Stadt des Lichts 
-Glaube, Liebe Sehnsucht- Lissabon für die Seele

Der Dichter Alberto de Oliveira nennt Lissabon "Stadt des Lichts". Nicht nur er, sondern auch Fernando Pessoa huldigt dem geschichtsträchtigen Ort in einem Gedicht. Mit dieser Lyrik wird man eingangs auf die Stadterkundung eingestimmt.  Im Vorwort dann liest man bereits, dass Lissabon eine der schönsten Städte Europas, vielleicht sogar der Welt sei und man spätestens dann, wenn man sie zu Fuß erkunde, bemerke, wie alt sie sei.

Man bekommt - spannend erzählt - Wissenswertes zur Geschichte dieser Stadt  mitgeteilt, liest von den Mauren, die einst Lissabon kontrollierten und natürlich auch vom legendären Erdbeben, das zu den stärksten gehört, die jemals Europa erschütterten. Sogar in Skandinavien war das Beben zu spüren und die Flutwellen rissen an der nordafrikanischen Küste Tausende von Menschen in den Tod. In Lissabon waren zwei Drittel aller Gebäude zerstört. Nur die "Almalfa" und die dünn besiedelte Oberstadt blieben intakt.

Lissabons Geschichte wird auf zwei Seiten chronologisch aufgelistet, um einen groben Überblick zu vermitteln. Dann werden diverse Sehenswürdigkeiten näher beschrieben. Dazu gehört auch der "Jardim da Estrela", der wohl als der hübscheste Park der Stadt gilt. Über die Architektur erfährt man Näheres und liest, was einer der erfolgreichsten Architekten Portugals- Miguel Saraiva- im Hinblick auf Lissabon meint. Für ihn als Architekt ist die Metropole eine Fundgrube, weil man sich im Grunde dort wie in einem architektonischen Freilichtmuseum bewege. Man liest, welche entsprechenden Highlights man besuchen sollte, um sich dann ausgiebig mit Kacheln, den sogenannten Azulejos zu befassen.

Street Art in Lissabon ist ein weiteres Thema. Sie explodierte in der Stadt und im ganzen Land nach der #Nelkenrevolution vom 25.April 1974. Ihrem Wesen nach ist sie eine vergängliche Kunstform. Nur wenige Abbildungen überdauern Monate oder gar Jahre. Über bildende Kunst in Lissabon wird man aufgeklärt, liest von den wichtigsten und beliebtesten Orten, wo man sie besichtigen kann, liest auch vom Kunstmarkt und von Museen, um sich alsdann mit Buchhandlungen in dieser schönen Stadt näher zu befassen. Daraufhin lernt man Joao Tardo, einen Schriftsteller näher kennen, für den Schreiben letztlich eine einsame Sache ist, die viel Kraft in Anspruch nimmt, liest Näheres über die Literatur in Portugal und erhält auch einige sehr gute Buchtipps, bevor man sich mit den kulinarischen Genüssen vor Ort näher beschäftigen kann. Die portugiesische Küche ist unkompliziert. Soviel dazu.

Auch das Nachtleben wird nicht ausgespart und es wird die Zuwanderung zur Sprache gebracht, sowie der #Fado, der erst in den 1980ern eine Renaissance erlebte. Auch Fadolokale, die Fado-Szene bleiben nicht unerwähnt und das typische Lebensgefühl, das sich im Fado zu erkennen gibt: Es ist die Sehnsucht, genannt #Saudade, ein Lebensgefühl, dass ich allemal der Melancholie vorziehen würde..

Ein wirklich gelungenes Buch.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Rezension: 52 kleine und große Eskapaden in der Region Rhein-Main- Sarah Waltinger - DUMONT

Die Bloggerin #Sarah_Waltinger verarbeitet ihre Erlebnisse auf Reisen für Magazine und Verlage. Das vorliegende reich bebilderte Buch von ihr mit dem Titel "52 kleine und große Eskapaden in der Region Rhein-Main" ist in drei große Abschnitte untergliedert: 

Abstecher-Nur ein paar Stündchen 
Ausflüge-Raus für einen Tag 
Miniatururlaub- Ferien für ein Wochenende 

Ich selbst komme aus dem Rhein-Main-Gebiet, habe das Reisebuch mit großem Interesse studiert und erstaunt festgestellt, dass ich noch lange nicht alle Ecken hier kenne. Den #Lohrberg allerdings habe ich bereits besucht, ihn auch auf "Buch, Kultur und Lifestyle" im Rahmen eines Events auch erwähnt. Die Autorin hat den Frankfurter Hausberg (immerhin 185 Meter hoch) sehr schön skizziert und genau beschrieben, wie man von der Frankfurter Innenstadt dorthin gelangt, wann die beste Zeit für einen solchen Abstecher ist und wie viel Zeit man für die Erkundung benötigt. Imposante Fotos und ein Kartenausschnitt vervollständigen den Eindruck. Auf diese Weise wird mit allen 52 Trips (Eskapaden) verfahren. 

Schön, dass der #Palmengarten in Frankfurt erwähnt wird, man auch die Darmstädter #Mathildenhöhe nicht vergessen hat. Das #LILU in Frankfurt-Niederrad kannte ich bislang noch nicht, scheint Idylle pur zu sein und dies mitten im urbanen Frankfurt! Sehr schön beschrieben ist die Rheininsel #Langenau und die Dünenlandschaft in Frankfurt Schwanheim, die nach der letzten Eiszeit entstand. 

Unmöglich jetzt alle 52 Orte hier kurz zu skizzieren. Den #Kühkopf möchte ich benennen, weil ich das Naturschutzgebiet seit meiner Kindheit immer wieder besucht habe und der urwüchsigen Auenlandschaft wegen sehr liebe. 

Für Liebhaber von Schlössern und Burgen gibt es im Reiseführer auch einige sehr schöne Tipps, zudem wurde das Felsenmeer nicht vergessen und einen Ausflug auf Goethes Spuren kann man nachvollziehen. Dass man Kloster Eberbach mit ins Programm aufgenommen hat, ist ebenso lobenswert, wie der Ausflug in den Naturpark Taunus oder die Fahrradtour in die Wetterau. 

Die Grube Messel gehört bekanntermaßen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier führen Geologen fast ganzjährig durch das weitläufige Terrain, vorbei an Forschungszelten der Senckenberg Gesellschaft. 

Was noch? Vielleicht der Naturpark Spessart mit dem schönen Wasserschloss Mespelbrunn oder an heißen Tagen der Riedsee in Leeheim? Seit Ewigkeiten war ich dort nicht mehr und bin überrascht, dass es dort mittlerweile schattenspendende Palmen gibt. 

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen das Klima.

Alles in allem ein tolles Buch mit allen Touren zum Download.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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52 kleine und große Eskapaden in der Region Rhein-Main: Ab nach draußen! (DuMont Eskapaden)

Rezension: Lufthansa- PARIS- City Guide-Marianne von Waldenfels-Callwey

Dieser sehr gut recherchierte und dabei reich bebilderte #Paris_Guide mit Texten von Marianne von Waldenfels enthält neun Kapitel, die sich mit  diversen Stadtvierteln von Paris befassen und außerdem neun Interviews mit namhaften Persönlichkeiten, die diese Metropole sehr gut kennen. 

Das Konzept: Der Reiseführer richtet sich an eine kosmopolite, vielseitig interessierte, vielreisende Zielgruppe, deren kostbarstes Gut die Zeit ist. Diese Menschen reisen beruflich oder privat stets aufs Neue an bestimmte Orte, und immer wieder an Orte, die sie neu entdecken. Die Reisenden kennen sich bestens aus, sind zudem bestens informiert und zwar digital über Blogs und digitale Medien, allerdings sind sie fortdauernd auf der Suche nach Inspiration und vielfältigen Erlebnissen. 

Deshalb auch halten sie Ausschau nach den schönsten Hotels, den besten Restaurants, den angesagtesten Bars, den ungewöhnlichsten Läden und den kulturellen Geheimtipps abseits der Tourismuswege. 

Bei all dem geht es ihnen um ein ganzheitliches Erlebnis. Was das heißt? Kultur geht für sie stets zusammen mit Kulinarik und anderen sinnlichen Erlebnissen. 

Alle Lufthansa City Guides sind nicht thematisch gegliedert. Sie möchten  stattdessen die einzelnen Stadtviertel zum Erlebnis machen. Die Empfehlungen stammen von einer ganzen Bandbreite von Insidern: den besten Concierges der Stadt, Influencern, Designern, Chefköchen, Schauspielern, usw. Gemeinsam mit den charmanten Illustrationen, der hochwertigen Ausstattung ergibt sich ein besonderes Lesevergnügen, das sich nicht nur unter dem Arm vor Ort erleben lässt, sondern auch zu Hause im Schaukelstuhl. 

Mit Lufthansa und Callwey kooperieren hier zwei Unternehmen mit ähnlichen Werten - Verlässlichkeit, Fernweh und stilvollem Lifestyle. Dabei zeichnet Callwey für die Inhalte verantwortlich. Lufthansa ist der Herausgeber. 

Die Interviews werden geführt mit: dem Stoff-König Pierre Frey, der Champagner- Expertin  Vitalie Taittinger, dem Nobel-Preisträger Daniel Pallas, dem Bestseller-Autor Marc Levy, der Antik-Batik-Designerin Gabrielle Cortese, der Stilexpertin Katrin Riffaud, der Graffiti- Legende und Club-Mogul André Saraiva, der Künstlerin Èmile Pitoiset und dem Starkoch Pierre Touitou. 

Zunächst liest man in der Einleitung wissenswerte Fakten, so etwa wie man von den beiden Flughäfen der Metropole in die Stadt gelangt, wie es sich mit Trinkgeldern verhält und wohin man in Paris mit Kindern gehen kann. Termine und Events werden genannt und zur Einstimmung auch Filme, Serien und Bücher, in denen Paris die Hauptrolle spielt. 

Die neun Touren beginnen jeweils mit einer Straßenkarte, dort sind die näher beschriebenen Sehenswürdigkeiten eingezeichnet. Informiert wird man über Cafés, Bistros und Restaurants als auch Bars auf jeder der Touren, erfährt zudem, wo man gut einkaufen und schlafen kann. Am spannendsten finde ich das Marais, ein Viertel mit vielen richtungsweisenden zeitgenössischen Galerien. Im Marais sollte man nicht vergessen,  die Gedenkstätte "Mémorial de la Shoa" zu besuchen. Es handelt sich dabei um eine Mauer mit 76 000 eingravierten Namen und um ein Dokumentationszentrum, das an die Juden erinnert, die während des Zweiten Weltkriegs deportiert wurden. 

Spannend ist die Tour Nr. 7 "Bastille und der Osten". Natürlich sollte man dort "Cimetiére du Père –Lachaise" dort besuchen, weil diese Stadt auch durch die Toten lebt, die dort beerdigt sind.

Alles in allem ein hilfreicher Reise-Guide.

Wo das nächste Mal speisen? Vielleicht in der Brasserie Lipp? Dort trifft sich die Intellektuellenszene der Stadt. Ganz in der Nähe ist das Café de Flore und das Les Deux Margots, inspirierende Orte um anschließend sich ausgiebig mit Kunst in der Stadt zu beschäftigen 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Lufthansa City Guide - Paris: Durch die Stadt mit Insidern wie Marc Levy, Pierre Frey und Vitalie Taittinger

Rezension: #Glücksorte im #Harz- Fahr hin und werd glücklich- #André_Niedostadek- Droste Verlag

#André_Niedostadek, der Autor dieses bemerkenswerten Reiseführers, ist Professor an der #Hochschule_Harz.

Im vorderen aufklappbaren Buchdeckel seines reich bebilderten Werkes entdeckt man ein Zitat des Philosophen Erasmus von Rotterdam. Dieses lautet: "Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." Das Zitat lässt aufhorchen und macht darauf neugierig, was der abenteuerlustige Autor mit seinem Motorrad in dem von ihm bereisten idyllischen Mittelgebirge in Erfahrung gebracht hat, nicht zuletzt auch deshalb, weil er im Klappentext die Begriffe das "Glück", den "Ort" und den "Harz" jeweils konkret definiert hat. 

In den rund 80 Textbeiträgen, die dann folgen, werden Orte vorgestellt, auf die die Definitionen zutreffen. Alle 80 Orte werden sehr kurzweilig beschrieben. Am unteren Ende des Textes werden Adresse, Homepage und Anfahrtsmöglichkeiten mitgeteilt. Nicht selten findet man am Textrand einen hilfreichen Tipp, den man nicht überlesen sollte. 

Es handelt sich bei den Glücksorten um höchst unterschiedliche Orte. So gehört eine Senfmanufaktur in Quedlinburg ebenso dazu, wie der Kräuterpark in Altenau  und wie das Europa-Rosarium in Sangershausen. 

Der 15. Textbeitrag wird begleitet von einem Foto, das André Niedostadek auf einem halbierten Baumstamm, - einer Baumliege-, ruhend im Wald zeigt. Man liest auf der linken Seite "Chillen auf dem Indianerpfad". Es geht um den WeltWald Harz bei Bad Grund. Dort wurden in den 1970er Jahren Hunderte mehr oder weniger exotische Gehölze gepflanzt. Seither wird dieser Wald von Waldliebhabern sehr geschätzt. Was Abenteuerlustige dort unternehmen können, liest man neben anderen Informationen zu diesem besonderen Ort auch. 

Baumverbunden bleibt man weiterhin unter der Sommerlinde im Kloster Drübeck, die bereits vor 300 Jahren gepflanzt wurde.

Was wäre der Harz ohne seine Mythen? So liest man von der #Rosstrappe bei #Thale und bewundert die #Teufelsmauer bei #Wedderleben, die mit einem großen Schmetterling auf dem Foto fast ein wenig surrealistisch anmutet, doch das ist wohl Absicht. 

Eine Klippe wie die Teufelsmauer zähle zu den einzigartigen Glückorten. Der Autor erklärt in seinem Text weshalb das so ist. Dann gibt es da zudem den Naturmythenpfad bei Braunlage, der nachdenkliche Menschen zum Philosophieren anregen soll. 

Facettenreich sind die fokussierten Glücksorte allemal. Wo findet man Glück am besten? In der Natur? Oder sollte man eher eine Himmelsleiter emporsteigen? In Goslar gibt es tatsächlich eine. Keine mit Sprossen, wohl aber eine mit 232 Stufen. Der himmlische Blick von oben soll Glücksmomente schenken. Nur Hexen können von dort  nach Thale fliegen, alle anderen müssen sich beim Abstieg auf ihre Füße verlassen. Bodenhaftung und Glück sind ein harmonisches Paar.

André Niedostadek sucht nach #Glückorten. Diese haben mit herkömmlichen Reisezielen nicht zwingend etwas gemeinsam. Es geht darum, etwas zu bestaunen, was andere, deren Ziel herkömmliche Sehenswürdigkeiten sind, vielleicht sogar übersehen, so etwa den historischen Briefkasten in Stolberg oder einen Dorfladen in Deersheim oder das GlücksCafé/Glückspilz in Osterode, wo hübsche Dinge Programm sind. 

Das Buch zu lesen und sich immer wieder in die ansprechenden Fotos zu vertiefen, bereitet Freude und lässt erahnen, welches Glück man beim Besuch der idyllischen Orte empfinden kann. 

Was noch? Auf dem hinteren aufklappbaren Buchdeckel befindet sich auf der Innenseite eine Landkarte, wo die vom Autor beschriebenen Glücksorte genau lokalisiert sind. So wird es einfacher die Glückorte zu entdecken, die der Autor bereits erkundet hat.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich.

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Glücksorte im Harz: Fahr hin und werd glücklich

Rezension: Preview- Schottland- Die Highlands I- Von West bis Nordwest-H. Jürgen Wiehr-Nünnerich-Asmus-Verlag& Media

#Hans_Jürgen_Wiehr hat Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie und konzeptionelles Design studiert und als Art-Director in der Werbe-, TV- und Filmbranche gearbeitet. Er ist  mit dem Label ADDVICE Design & Advertsing seit 1993 selbstständig.

Mit dem vorliegenden Buch startet die neuartige Reise-Bildband-Reihe "#Preview". Dabei bietet der Auftaktband als Reisevorbereiter und Routenplaner mit seinen sehr beeindruckenden doppelseitigen Fotografien einen Vorgeschmack auf einen bemerkenswert vielfältigen und aufregenden Flecken dieser Erde: Schottland. 

Der Autor und Fotograf der wunderschönen Bilder begleitet den individuell Reisenden auf landesüblichen Wegen und Straßen entlang der westlichen Atlantikküste. Dort findet man wilde Landschaften vor, auch mysteriöse Wälder und nebelverhangene Berge zu alten Burgen und Schlössern mit wunderschönen Gärten und Parkanlagen. 

In diesem Bildband liest man nicht nur, wo die imposanten Orte liegen, so etwa auf der Insel Staffa oder an zauberhaften Plätzen im Westen und Nordwesten des Landes, sondern vor allem, wie man dort hinkommt. 

Eine ausklappbare Orientierungskarte mit allen POIS (Points of Interest) an der letzten Umschlagsseite lotst die Leser zielsicher an jeden erwünschten Ort. Dabei begleiten Erlebnisbeschreibungen des Autors, praktische Tipps für unterwegs oder Fakten aus Geologie und Geschichte die bemerkenswerten, doppelseitigen Bilder.

Die dezenten, fast unwirklichen Farben verleihen den Bildern etwas fast Mystisches. Man ahnt, dass dieses Schottland alte Geheimnisse birgt, dass spirituelle Kraft von den Felsen und dem Meer, den Mooren und der fast unberührten Natur dort ausgeht und wünscht sich mehr vor Ort dort zu erfahren.

Das Buch vermittelt Reiselust und erfüllt somit seinen Zweck mit Bravour. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Schottland - Die Highlands I: Von West bis Nordwest (PREVIEW)


Rezension: Atlas der Reiselust- Inspiration für ein ganzes Leben-Dumont

Dieses reich bebilderte, sehr informative Reisebuch von #Dumont ist in 7 große Abschnitte untergliedert. Sie lauten: 

Wunder der Natur 
City-Trips
Feste und Festivals
Einmalige Erlebnisse 
Abenteuer& Outdoor 
Aromen der Welt 
Unsere Kulturschätze 

Jedem Abschnitt ist eine Landkarte vorgeschaltet, auf der man die in den jeweiligen Abschnitten näher beschrieben Orte geografisch punktgenau finden kann. Im Abschnitt Wunder der Natur werden 50 Naturwunder, die man nicht verpassen sollte, vorgestellt. Den Anfang nehmen die großen Nationalparks. Diese sind nach Ländern unterteilt und werden stets sehr gut skizziert. Zu Ende jeder Beschreibung erfährt man immer, welche Jahreszeit  für einen Besuch am geeignetsten ist. Neben diesen Nationalparks werden dann noch sechs weitere besondere Nationalparks aufgeführt. Dazu gehört z.B. der in Frankreich verortete Nationalpark #Vanoise, der historisch betrachtet, der erste französische Nationalpark  ist, der sich in unserem Nachbarland etabliert hat.

Es folgen in diesem Abschnitt die schönsten Seen der Welt. Untergliedert sind sie nach dem gleichen Prinzip. Allein drei der schönsten Seen liegen in der Schweiz. Es handelt sich um den #Genfersee, den #Luganersee, den #Lago_Maggiore. Eine ganze Seite ist dem #Comer_See gewidmet. Sehr gut sind hier die Villen und Gärten aber auch die Dörfer am Comer See beschrieben. 

Weiter geht es dann an die Enden der Welt. Hier macht #Ushuaia und #Feuerland aber auch #Wladiwostok neugierig. Interessante Wüsten wie etwa die Wüste von #Tabernas, -sie ist die einzige natürliche wüste Europas- werden thematisiert und auch einzigartige Buchten weltweit. Natürlich wurde die #Halong_Bucht nicht vergessen. In den Gewässern dieser Bucht- im Golf von Tonkin- bilden nahezu 2000 größere und kleinere Felseninseln eine Landschaft von atemberaubender Schönheit. 

Alsdann werden Trauminseln skizziert. Unter diesen befindet sich die Insel #Panteleria. Sie ist eine der größten Inseln von Sizilien und zugleich die abgelegenste. Die Gewürzinsel #Sansibar wird ausführlich beschrieben, bevor man die 50 ultimativen Strände kennenlernt, denen dann Traumlagunen folgen. Die #Seychellen dürften wohl neben der Lagune von #Bora_Bora un Ko_Phi -Phi am meisten zu bieten haben, was Schönheit anbelangt. 

Spannend auch ist die Beschreibung der beeindruckendsten Wasserfälle. Dabei werden die Wasserfälle von #Iguazú am ausführlichsten beschrieben. Sterne  zu beobachten, wird zudem auch noch ermöglicht. Hier wird ein imposanter Rundtrip zu den besten Himmelsbeobachtungspunkten der Welt geliefert. Weiter geht es dann mit atemberaubenden Naturphänomenen, so etwa diversen Geysiren, wandernden Felsen oder blühenden Wüsten, auch erfährt man, was genau Polarlichter sind und wo man sie erleben kann. 

Alsdann beginnt der 2. Abschnitt. Hier gibt es erst einmal Wissenswertes über die Ausgehmöglichkeiten in 10 interessanten Metropolen. Dann lernt man #Street_Art und #Murals in aller Welt kennen und schließlich Hotels mit Geschichte. Unter diesen das #Adlon in Berlin, das #Savoy in London, auch das #Ritz in Paris. Es geht weiter mit den großartigsten Plätzen der Welt. Der #Registan in #Samerkand ist gewiss unvergesslich. Doch all die andren Orte sind es  im Grunde auch. 

12 Dachterrassen in Europa und 25 berühmt berüchtigte Hafenstädte lassen aufhorchen, aber interessant auch sind 10 genial günstige City-Trips, so etwa die Trips nach Catania auf Sizilien oder nach Granada in Andalusien.

Es ist natürlich unmöglich, über alles, was im Buch vorkommt, im Rahmen der Rezension zu informieren. Da gibt es im 3. Abschnitt u.a. 10 Feste, die man entdecken kann, zudem die spektakulärsten Neujahrsfeste, dazu noch die irrsten Musikfestivals der Welt. Hier wird natürlich auch auf das Montreux Jazz Festival hingewiesen. Kann man dies in einem Leben alles schaffen?

Was noch? Schräge Feste auf dieser Welt… Was ist das denn, bitte? Z.B.  "La Tomata", eine Megatomatenschlacht. Die findet in Spanien statt. Dort bewerfen sich 40 000 Irre mit Tomaten. Menschen sind schon sehr eigenartig in ihrem Tun. 

Es geht weiter mit einmaligen Erlebnissen im 4. Abschnitt. Zunächst lernt man 12 traumhafte Regionen in Europa kennen. Unter diesen übrigens auch der Hochschwarzwald und natürlich die Amalfiküste. Sonneninseln wie etwa Korfu werden vorgestellt und 20 romantische Orte auf der ganzen Welt. Dabei ist auch Ushuaia, das Tor zur Antarktis und zum Südpol. Es folgen Trips aller Art, dann lernt man auch gruselige Orte kennen und schließlich im 5. Abschnitt Abenteuer & Outdoor-  Empfehlungen.

10 kulinarische Reisen  werden im  Kapitel  6 präsentiert. Das ist natürlich sehr spannend. Japan und Peru sind dabei, auch Vietnam. Was kann dann noch kommen? Die Weinstraßen der Welt. Das ist wirklich gut gemacht. Bravo.  Hier wird jeweils ein kurzer Überblick gegeben. Über die Weine selbst muss man sich allerdings vor Ort informieren.

Erwähnenswert sind auch fünf kulinarische Kurztrips. Dass Brüssel dabei ist, finde ich sehr lobenswert, denn dort speist man  wirklich exzellent.

Was noch? Im Kapitel 7 geht es um Kulturschätze, die schönsten Gärten beispielweise. Dazu gehören der Park #Sanssouci ebenso wie die Gärten am Comer See und Lago Maggiore aber auch die Gärten von Taj Mahal. Spannend natürlich sind die berühmtesten verlassenen Städte wie Petra und Pompeji und sagenhafte Orte wie Stonehenge. Ach ja, aufregende Märkte gehören auch dazu. Kennen Sie den Viktualienmarkt in München? 

Wohin reisen?  Dorthin, wo man hofft, das zu finden, nach dem man sich am meisten sehnt. Vielleicht auf die Insel Santorin. Das beigefügte Foto ist wirklich inspirierend.

Maximal empfehlenswert.
Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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DuMont Bildband Atlas der Reiselust: Inspiration für ein ganzes Leben

Rezension: Die geheimen Häuser der Cotswolds- Jeremy Musson, Hugo Rittson Thomas- Gerstenberg

Dieses ganz besondere Reisebuch führt den Leser und Bildbetrachter zu den geheimen Häusern der Cotswolds. Vier der insgesamt 20 vorgestellten Häuser waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Werks regelmäßig für Besucher geöffnet. Andere Häuser sind zwar nicht der Öffentlichkeit zugänglich, aber es können durchaus Veranstaltungen, Aufenthalte und Privatführungen gebucht werden. Auf manchen der vorgestellten Grundstücke befinden sich Ferienhäuser, die angemietet werden können. Näheres hierzu kann man den Besucherinformationen zu Ende der Publikation entnehmen, die eine Arbeit des Architekturhistorikers Jeremy Musson und von Hugo Rittson Thomas ist, der als der bedeutendste Porträtfotograf Englands gilt. 

Das Autorenteam hat für das Buch die Grenzen der Region #Cotswolds ein wenig weiter gefasst und #Gloucestershire als auch große Teile #Oxfordshires hinzugenommen. Diese Einteilung sei, so Musson, vor allem der Gemeinsamkeit des dort vorherrschenden Kalksteins geschuldet. 

Wie man u.a. erfährt, haben im 19. Jahrhundert speziell die Schriftsteller und Künstler die Cotswolds zu schätzen gewusst. Vor allem der britische Künstler #William_Morris sei von der stillen Poesie, die die Steinhäuser dort verströmten, beeindruckt gewesen. 

Die im Buch vorgestellten Häuser folgen einer subjektiven Auswahl. Dabei stammen einige aus dem Mittelalter und andere aus jüngerer Zeit. Die Häuser sind jeweils sehr gut beschrieben und man kann sich anhand von vielen wunderschönen Bildern einen Eindruck von der Außen- und Innenansicht der Gebäude verschaffen, die jeweils geradezu fürstlich eingerichtet sind. 

Einige dieser Häuser wurden im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert, andere wurden fast schon verfallen, restauriert. Beeindruckend sind in vielen der Häuser die fantastischen Bibliotheken und Kunstwerke, auch Wandteppiche,  besondere Möbelstücke, die alten Fenster aus Buntglas und vieles andere mehr. Unmöglich all dies hier aufzuzählen und den interessanten Berichten - auch über die Architektur  der Gebäude - vorzugreifen, deren Besitzer natürlich stets vorgestellt werden. 

Bridget Elworthy, Bewohnerin von Wardington Manor in Oxfordshire bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt "Alte Häuser sind Kostbarkeiten, die es für zukünftige Generationen zu bewahren gilt." Ihre Liebe zum Garten, zur Natur und dem Landleben ist im gesamten Haus zu spüren. In allen Räumen finden sich große Blumenarrangements. Wunderbar!

Dieses Buch kann man immer wieder zu Hand nehmen, sei es um darin zu lesen oder Bilder zu bestaunen oder sich Gedanken zu machen über die Zeitläufte, die  nur dann gut sein können, wenn sich alle ihrer Verantwortung gegenüber dem Gestern, Heute und Morgen bewusst sind. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König 

Im Fachhandel erhältlich 

Onlinebestellung bitte hier klicken: Gerstenberg oder Amazon Die geheimen Häuser der Cotswolds

Rezension: Das kleine Buch der großen Berge- Patrick Brauns

Der Untertitel dieses spannend zu lesenden Buches heißt "50 Berge, die sie kennen müssen, um die Schweiz zu verstehen" und ist im Midas Verlag, der in Zürich ansässig ist, veröffentlicht worden. 

Patrick Brauns beschreibt die besagten 50 wichtigsten Berge der Schweiz sehr ausführlich und skizziert weitere Erhebungen mit entsprechend kürzeren Texten ohne Bild. 

Das Buch ist in vier Himmelsrichtungen und das Gebiet dazwischen eingeteilt. Die fünf größten Berge lernt man zuerst kennen. Allen voran wird der wichtigste Berg der Schweiz beschrieben. Dabei handelt es sich um das Matterhorn, wobei er nicht die höchste Erhebung in der Schweiz ist. Es folgen Eiger, Mönch und Jungfrau und weitere gewaltige Berge, bevor dann eine Vielzahl großer und kleiner Berge beschrieben wird. Wie man erfährt, ist bei Bergen ganz allgemein nur für Alpinisten die Höhe (und die Schwierigkeit) das entscheidende Kriterium. 

Für Bergsteiger zählen die Berge erst ab der magischen 3000- oder 4000 er- Grenze. Für eine Stadt, den jeweiligen Kanton oder das Land gelten andere Kriterien. Genannt werden: die markante Form, die Erschließung durch Bahnen, die Nutzung durch die Bewohner der Stadt unterhalb des Berges, die Geschichten und Mythen. Das sind die Gesichtspunkte unter denen Berge unter 2000 oder gar 1000 Meter wichtiger werden als die ganz hohen. 

Man liest von drei Arten von Bergen, nämlich den Gipfeln, Pässen und Alpen. Haus- und Symbolberge sind ein weiteres Thema. Den Begriff Hausberg gibt es übrigens nur in der Deutschschweiz. 

Alle Berge sind sehr gut beschrieben, auch der Monte Verità. Dort trafen sich Dichter, Künstler, Lebensreformer, Anthroposophen, Naturisten, Vegetarier, Pazifisten und Anarchisten. Die nur 321 Meter hohe Erhebung oberhalb von Ascona war einst ein Ort, wo sich einst die kulturelle Gesellschaft Europas einfand. Heute ist der Monte Veritá ein vielseitiges Ensemble von Park und Landschaftskunst, gut gepflegten und etwas "verwunschenen" Teilen, laut Patrick Brauns. Dieser Berg gilt als Beweis, dass es nicht auf die Höhe ankommt, um Bedeutung zu erlangen.

Ein tolles Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt und das neugierig auf die Besichtigung der beschriebenen Berge macht. 

Sehr empfehlenswert.. 

Helga König

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Das kleine Buch der großen Berge: 50 Berge, die Sie kennen müssen, um die Schweiz zu verstehen

Rezension: Münchner Weiberwirtschaften- Refugien für Leib und Seele- Ingeborg Pils- Hädecke

Dieses bemerkenswerte Buch für Münchenliebhaber (m/w) ist eine Teamarbeit der Journalistin Ingeborg Pils, der mehrfach ausgezeichneten Fotografin Barbara Lutterbeck, der freien Buchmacherin Tia Lottermoser und des Graphikers Rüdiger Wagner. 

Aus der Buchreihe "Weiberwirtschaften" sind bereits sechs Bücher veröffentlicht worden. Drei davon habe ich im Onlinemagazin "Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert und zwar "Hessische Weiberwirtschaften", "Südtiroler Weiberwirtschaften" sowie "Fränkische Weiberwirtschaften".

Ausgewählt für das hier vorliegende Buch wurden 30 Gastronominnen aus München, deren Konzepte ebenso unterschiedlich sind wie ihre Lebensläufe. Wie Ingeborg Pils im Vorwort die Leser wissen lässt, schreiben diese Damen mit ihren Gasthäusern, Restaurants, Biergärten, Lounges und Cafés jeweils ein kleines Stück kulinarische Stadtgeschichte. Genau das macht neugierig auf das Buch.

Über die vorgestellten gastronomischen Betriebe und deren Betreiberinnen erfährt man stets Wissenswertes. Die Adressen und Öffnungszeiten der einzelnen Lokale werden stets genannt. Ein Foto von der jeweiligen Wirtin und Fotos von deren gastronomischem Betrieb fehlen auch nicht und vor allem gibt es immer auch Rezepte, so dass man eine Idee davon erhält, wie in den einzelnen Wirtschaften gekocht wird. 

Marion Zierer vom Wirtshaus zur Geyerwally pflegt in ihrem Haus mit ruhigem, schattigem Biergarten altbayerische Gastlichkeit. Ihre Rezepte für "Böfflamott", "Kalbsleber-Berliner-Münchner-Art", "Semmelknödel", "Kartoffelknödel", "Spätzle" und "Blaukraut" machen neugierig und das Rezept für "Obatzda" sollte man unbedingt sofort ausprobieren, auch wenn man Bier nicht mag und stattdessen Wein dazu genießt. Köstlich.

Neben gutbürgerlicher bayerischer Küche, wie sie von einigen der vorgestellten Wirtinnen perfekt zubereitet wird, lernt man u.a. ein Veggie-Restaurant mit Bar kennen, auch ein Café, das mir auf Anhieb gut gefallen hat. Das "Café Marais" hat Pariser Flair und das Rezept für "Roastbeef mit Bratkartoffeln" schmeckt durch die beigefügten Kräuter eindeutig provenzalisch. 

Spannend ist vor allem die Vielfalt. Auf der Insel Mühle im Westen ist Susanne Mittermeier der gute Geist in Restaurant, Biergarten und Hotel. Dabei lässt sich die Geschichte der Insel bis ins Jahr 1445 zurückverfolgen. Die Wirtschaft befindet sich im historischen Mühlengebäude und nicht weit von der Insel entfernt kann man Schloss Blutenburg besuchen, in der u.a. die Internationale Jugendbibliothek untergebracht ist.

Beigefügt hat die Wirtin zwei Rezepte. Hier möchte ich den "Schrobenhausener Spargel mit neuen Kartoffeln und gebratenem Saiblingsfilet" hervorheben. Nicht ganz einfach in der Zubereitung, vor allem  bei der Zubereitung der  "Korallenhippe" benötigt  man Gelassenheit. Diese Weiberwirtschaft sollte man sich gut merken für einem nächsten München-Besuch, wenn man mehr als nur gutbürgerlich speisen möchte. 

Italienisch angehauchte Gerichte wie etwa "Involtini vom Rinderfilet" oder "Tagliolini neri mit Garnelen in Safransauce" gibt es bei Pia Rahnenführer in "Saffer´s Fattoria".

Sehr ansprechend auch ist das Restaurant "Saint Laurent". Das beigefügte Rezept von Claudia Pezeron macht überaus neugierig. Es handelt sich um ein "Lammkarree à la Provencale mit Ratatouille und Kartoffelgratin". 

Dieses und vieles andere mehr macht das Buch zu einem Restaurantführer der besonderen Art, zugleich aber auch zu einem tollen Kochbuch. 

Nicht zu vergessen: Künstler treffen sich im "Turmstüberl". Dort finden regelmäßig auch kulturelle Veranstaltungen statt. Die Adresse kann man dem Restaurantführer entnehmen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Im Fachhandel erhältlich

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Münchner Weiberwirtschaften: Refugien für Leib und Seele – 30 Wirtinnen und ihre Lieblingsrezepte

Rezension Peter J. König:--- N A M I B I A --- Michael Poliza-- teNeues

Michael Poliza, einer der anerkannt weltbesten Fotografen hat sich erneut mit diesem Kunstwerk fotografischer Natur einen weiteren Traum erfüllt, denn das Thema ist wiederum ein Land auf seinem Lieblingskontinent Afrika. Nach spektakulären Bildwerken, die er bereits über Afrika kreiert hat, und hier besonders sein Gesamt-Werk "Africa", übrigens wie auch dieser Band "Namibia" im teNeues Verlag erschienen, hat sich der Ausnahme-Fotograf mit der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika befasst, einem Land, das weltweit mit am dünnsten besiedelt ist, mit nur statistisch 2,4 Menschen pro Quadratkilometer. Dies hat etwas mit den großen Wüsten, etwa Kalahari und Kunene zu tun, die mit Abstand das größte Territorium in Namibia einnehmen. 

Noch heute ist der Einfluss zu sehen, den die deutschen Kolonialherren im Südwesten Afrikas hinterlassen haben und nicht nur in der Hauptstadt Windhoek oder an der Atlantik-Küste mit der Stadt Lüderitz und anderen, nein Spuren finden sich im ganzen Land, ob bei Eisenbahn-Stationen, Farmen oder in der Infrastruktur. Deutscher Pioniergeist, deutsche Gründlichkeit und deutscher Drill ist auch heute noch in Namibia spürbar und dass Ortschaften und Niederlassungen deutsche Namen tragen, ist einerseits befremdlich in Afrika, andererseits wiederum aber auch anheimelnd, wenn die Geschäfte mit deutscher Sprache beschriftet sind und für afrikanische Verhältnisse eine ungewohnte Aufgeräumtheit, ja gar Sauberkeit herrscht. 

Dies sind allerdings nur Randerscheinungen, denn die Faszinationen Namibias sind eindeutig ihre Landschaften, die Monumentalität, die sich aus ihnen ergibt, die Ruhe, die Wildness, die Weite, das Licht und die großartige Tierwelt. Alles zusammen entwickelt einen Zauber, dem sich der Betrachter nicht entziehen kann. Hier auch liegt der Grund, warum Michael Poliza sich mit seiner Kamera auf den Weg gemacht hat, um zu versuchen, diesen einmaligen Zauber einzufangen. Dabei scheinen die Wege unendlich, und die Faszination ebenso. Über die Qualität der Aufnahmen, Kunstwerken gleich, gibt es nur eine Begrifflichkeit: Phänomenal. 

Vieles wurde aus der Luft "geschossen", da nur so ein Eindruck von der Unendlichkeit vermittelt werden kann. Phantastische Bilder die die Natur "gemalt" hat, konnte Poliza mit seiner Kamera in fesselnder Weise einfangen. Wüsten, Steppen, Dünenlandschaften und Flussläufe und die dazugehörige Tierwelt ist ebenso in einem erstaunlichen Licht aufgenommen worden, wozu auch die "Big Five" zählen, die spektakulärsten Tiere, die ganz Afrika zu bieten hat. 

Aber nicht nur die Landschaften und die Tierwelt hat der Spitzen-Fotograf in Szene gesetzt, nicht minder haben ihn die Naturvölker angezogen, die diese Landstriche seit jeher besiedeln, etwa die Herero oder die Simba, die noch ihre ursprünglichen Lebensgewohnheiten beibehalten haben und dies mit Stolz und einem eigenen Selbstbewusstsein verkörpern. Hier zeigt sich ganz besonders die künstlerische Qualität der Aufnahmen, wenn Michael Poliza den Anmut junger Mädchen und die Unbekümmertheit und den Stolz junger Männer mit der Linse aufsaugt, ebenso Szenen aus dem täglichen Leben dieser Naturmenschen, die sich völlig unbekümmert gegenüber dem Fotografen zeigen, was zu einmaligen Bild-Eindrücken führt.

Damit der Leser eine erste Vorstellung von dem thematischen Umfang dieses Kult-Werkes bekommt, hier der Auszug aus dem Inhalts-Verzeichnis: Nach dem Vorwort folgen die Kapitel:

Aus der Vogelperspektive
Land der Extreme
Farbenspiele
Nambias Tierwelt
Menschen und Völker
Ein Platz an der Sonne

Soviel zunächst zur inhaltlichen Gestaltung, womit wir zum haptischen Eindruck des Werkes "Namibia" kommen. Wie immer bei den großartigen Bildwerken des teNeues Verlags haben wir es hier mit einem Bildband der Premium-Klasse zu tun. Dies bezieht sich sowohl auf das Format des Werkes, überdimensional, als auch auf die Qualität des gedruckten Papiers, spitzenmäßig, sodass der äußere Eindruck Gewichtigkeit und Extravaganz, einhergehend mit Einmaligkeit vermittelt. Und bevor auf die besonderen Details im Bildband eingegangen wird, wie etwa der sehr informative und ausführliche Text, von Günter Kast verfasst, einem sehr erfahrenen Reisejournalisten, soll noch einmal auf die einmalige Faszination der Aufnahmen von Michael Poliza hingewiesen werden, wirklich grandios diese Eindrücke und diese Farben. 

Dass die textlichen Beiträge in englischer, deutscher und französischer Sprache die Fotografien begleiten, ist bei teNeues geradezu eine Selbstverständlichkeit bei der internationalen Ausrichtung dieses Verlages. Wurden bei den großformatigen Aufnahmen im Buch selbst die Begleittexte in Englisch verfasst, so findet sich im Annex jede einzelne Aufnahme noch einmal in einem kleinen Format, erläutert durch deutsche und französische Textbeschreibungen. 

Es sollte schließlich noch erwähnt werden, dass ein solcher wunderbarer Bildband nicht nur ein Highlight in jeder guten Privat-Bibliothek ist, es verbirgt sich auch ein Schatz dahinter, denn je mehr die Digitalisierung in unserer Alltagswelt fortschreitet, so werden es diese außergewöhnlichen Foto-Bildwerke sein, die haptischer Natur, zukünftig wie Kunstwerke gesammelt und gehandelt werden, Wert nach oben offen. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. König 

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Namibia

Rezension: streets of Paris-te Neues- Mendo

Bildbände, die Paris zum Thema haben, machen stets neugierig, nicht zuletzt, um zu recherchieren, ob ein unbekannter Blickwinkel auf die Stadt, etwas zum Vorschein bringt, was bislang noch versteckt, ein geheimes Leben führte.

Wie Jost Bastmeijer in seinem Vorwort, das in englischer, deutscher und französischer Sprache abgedruckt worden ist, schreibt, lädt dieser Bildband dazu ein, immer neue Blickwinkel, Perspektiven und Ansichten der Stadt zu entdecken. Dabei bündelt "Streets of Paris“ die Arbeit von über 40 zeitgenössischen Fotografen, die Tausende von Pariser rues durchstreift haben, um diverse sehr unterschiedliche Ansichten dieser dynamischen Welthauptstadt zu erfassen.

Viele der beteiligten Fotografen können auf eine beachtliche Anzahl an Follower in den sozialen Medien verweisen. Zusammen bilden ihre voneinander unabhängigen Perspektiven eine bisher einmalige Sammlung von Parisbildern, lässt teNeues seine Leser wissen

Geworben wird mit: Außergewöhnlichen Ansichten von berühmten Wahrzeichen wie Sacré Cœur, dem Louvre oder dem Eiffelturm. Diese ergeben tatsächlich ein stimmungsvolles Städteporträt. Aufnahmen von quirligen Künstler- und Modevierteln wechseln sich ab mit weniger bekannten Eindrücken aus den banlieues der Stadt, festgehalten von Fotografen mit einem modernen Blick fürs urbane Detail.

Streets of Paris ist eine Liebeserklärung an die "Stadt des Lichts". Der Fotograf Amedo Abello schreibt deshalb nicht von Ungefähr,  Fotografieren sei für ihn Schreiben mit Licht. Was das heißt, begreift man beim Anblick der Fotos sofort. Einige der Fotografen lernt man übrigens im Rahmen von Texten näher kennen

Hervorheben möchte ich ein Foto, das Yvan Des Costards realisiert hat. Es ist in der Rue Oberkampf entstanden, im 11. Arrondissement. Durch die Scheiben kann man in ein typisches Pariser Café blicken und sieht eine hübsch gekleidete Französin beim Kaffeegenuss ein Buch lesen. Sie hat ihr Gesicht abgewandt und ist sich mit ihrem Buch selbst genug. Ob sie auf jemand wartet? Vielleicht.

Fantastisch fotografiert wurde die Pyramide du Louvre im 1, Arrondissement seitens Pie Aerts. Ein Spiel mit Dunkelheit und Licht...

Häuserzeilen, Bars, Panoramenfotos, keine Abziehbilder..., selbst der Eifelturm wird von Denis Mamim so gezeigt wie man ihn eigentlich nie auf Bildern sieht und irgendwann dann entdeckt man ein Foto von Juan Valle Jerez de vom Louvre am Abend. Wie schön! Es gibt nur wenige Orte, die so anziehend sind zur blauen Stunde im Herbst und im Winter. Der Wunsch dort zu sein und den Abend zu genießen, vom  Louvre- Restaurant aus  auf die angeleuchtete Pyramide zu schauen, ist nicht zu vermeiden.

Irgendwann folgt dann erneut ein Blick in ein Café, diesmal in Saint-Germain-des-Prés. Und wieder liest ein Mensch ein Buch, so wie das seit Ewigkeiten  in Cafés üblich ist, wenn man dort alleine ist oder auf jemand wartet. Doch es gibt da auf diesem Foto noch einen anderen Gast, einen, der auf sein Smartphone starrt. Das ist die neue Zeit. Das ist das Symbol der Vereinzelung.

Verliebte scheint es in der Stadt nicht mehr zu geben, stattdessen immer wieder Einzelgänger. Man joggt allein, hängt am Smartphone, shoppt, interessiert sich offenbar nicht mehr für potentielle Gegenüber. 

Die Stadt der Liebe bringt keine Liebenden mehr hervor. Ist das die Botschaft der Bilder? Nein. Alle haben sich in die Häuser verzogen, weil der Zeitgeist  immer noch "cocooning" als angesagt postuliert.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Streets of Paris (MENDO)